Engagement

Die großen Stromkonzerne liefern nur 0,5 Prozent Ökostrom

Derzeit deckten Eon, RWE, Vattenfall und EnBW zwar 68 Prozent des erzeugten Stroms, lieferten aber nur 0,5 Prozent des Stroms aus Wind- und Sonnenkraft, teilte Greenpeace am Dienstag in Berlin bei der Vorstellung einer Studie zum Ökostrom-Engagement der vier Unternehmen mit.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (afp/red) - Die Umweltschutzorganisation hat die marktbeherrschenden vier großen deutschen Stromkonzerne deshalb zur mehr Investitionen in erneuerbare Energien aufgefordert.

Mehr Ökostrom Investitionen gefordert

"Die vier Stromriesen müssen das sinkende Schiff der Atom- und Kohleverstromung verlassen und mit ins Boot der Energiewende kommen", forderte Greenpeace-Energie-Experte Karsten Smid. Die Gesellschaft brauche "finanzstarke Großunternehmen, die mutig in Zukunftstechnologien investieren". Das gelte gerade für den Bau von Offshore-Windparks auf dem Meer.

Den Löwenanteil beim Ökostrom tragen andere

Nach ihren bisherigen, allerdings vor den jüngsten Atomaussstiegs-Debatten verkündeten Planungen wollten nach Angaben von Greenpeace Eon in den nächsten Jahren etwa 13 Prozent und RWE 20 Prozent ihrer Gesamtinvestitionen in den Ausbau erneuerbarer Energien fließen lassen. Smid kritisierte diese Anteile als viel zu gering, um den von der Politik als Zielvorgabe ausgegebenen Anteil der Erneuerbaren am Stromverbrauch von mehr als 35 Prozent bis 2020 zu erreichen. Derzeit trügen noch Stadtwerke, Regionalversorger, Genossenschaften und Privathaushalte den Löwenanteil des Booms bei erneuerbaren Energien.

Im vergangenen Jahr stammten nach Regierungsangaben knapp 17 Prozent des in Deutschland verbrauchten Stroms aus regenerativen Quellen.

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