Im Visier

Die GEZ schielt offenbar auch auf UMTS-Handys

Einem Pressebericht zufolge sollen nicht nur internettaugliche PCs abgabepflichtig werden, sondern auch UMTS-Handys und andere Geräte, mit denen Rundfunk oder Fernsehen empfangen werden könnten. Das könnte vor allem Business-Nutzern teuer zu stehen kommen.

10.01.2006, 09:52 Uhr
Smartphone© kalafoto / Fotolia.com

Die für ihre Findigkeit bekannte Gebühreneinzugszentrale GEZ hat nach Recherchen der Berliner Zeitung jetzt auch UMTS-Handys im Visier. Nicht genug damit, dass ab 2007 auch internettaugliche Computer gebührenpflichtig werden sollen, auch bei UMTS-Handys handele es sich um "mobile Rundfunkempfangsgeräte", so die GEZ in einem Schreiben an die Berliner Zeitung. Wenn das Handy TV-tauglich sei, müsse der Besitzer dafür zahlen - aber nicht etwa erst ab 2007.

Denn die GEZ erklärte auf Nachfrage der Zeitung, dass ein Empfang von Rundfunkinhalten über UMTS "keinen Empfang über Internet" darstelle - somit müssten die Gebühren schon jetzt anfallen und nicht erst ab nächstem Januar. Dies jedenfalls ist die Sichtweise der GEZ, betroffene Hersteller wie etwa Vodafone sehen die über UMTS-Handys abrufbaren Inhalte laut Berliner Zeitung nicht als Rundfunk an.

Offenbar handelt es sich bei den UMTS-Geräten in Sachen Gebührenpflicht um eine rechtliche Grauzone. Klar ist lediglich, dass solche Besitzer von UMTS-Handys, die sowieso schon wegen ihres Fernsehers oder Radios an die GEZ zahlen, nicht zusätzlich zur Kasse gebeten werden. Geschäftsleute hingegen müssen für jedes einzelne Gerät zahlen. Und auch all jene, die keinen Fernseher und kein Radio besitzen, dürften ins Visier der GEZ geraten.

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  • Link zum Artikel der Berliner Zeitung
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