The hype goes on

Die Bundesnetzagentur vergibt erneut UMTS-Lizenzen

Vielen dürfte der Versteigerungs-Hype aus dem Jahr 2000 noch in unguter Erinnerung sein: 50 Milliarden Euro bekam Hans Eichel von UMTS-gläubigen Netzbetreibern, die die Chance ihres Lebens witterten. Im kommenden Jahr sollen einem Zeitungsbericht zufolge erneut Frequenzen versteigert werden.

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Bonn (red) - Acht Jahre ist es her, dass sich der damalige Finanzminister Hans Eichel wegen der zusätzlichen Einnahmen von 50 Milliarden Euro ein Loch in den Bauch freute: Im Sommer 2000 wurden erstmals sechs UMTS-Lizenzen im Auftrag der Regulierungsbehörde versteigert. Wie man heute weiß (und auch damals schon viele befürchteten), setzten die Netzbetreiber viel zu große Hoffnungen in den neuen Standard und mussten immense Summen abschreiben. Nun könnte alles von vorne losgehen.

Konkurrenz dürfte es schwer haben

Wie die "Financial Times Deutschland" am Sonntag berichtete, will die Netzagentur erneut UMTS-Frequenzen versteigern lassen, und zwar aus den Frequenzbändern im 1,8- und 2,6-Gigahertz-Bereich. Das soll dem Bericht zufolge im kommenden Jahr geschehen. Das Frequenzspektrum sei größer als das, welches vor acht Jahren versteigert wurde. Chefregulierer Kurth sagte der Zeitung, es könnten durchaus auch andere Bieter als Telekom und Co. zum Zuge kommen. Die Konkurrenz schläft nicht, wenn auch im gesättigten deutschen Markt kaum Chancen für Neulinge bestehen dürften.

Preise für Handynetelefonate könnten sinken

Zudem kündigte Kurth der FTD gegenüber an, in ländlichen Regionen den Wettbewerb durch weitere Breitband-Funknetze ankurbeln zu wollen. Weiterhin sollen die so genannten Terminierungsentgelte nochmals gesenkt werden. Das dürfte auch Auswirkungen auf die Minutenpreise bei den Endverbrauchern haben.

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