Strompreiserhöhung

Deutsche arbeiten jährlich 65 Stunden für Strom

Strom ist in den vergangenen zehn Jahren erheblich teurer geworden. Weil die Lohnsteigerung im selben Zeitraum die Kosten nicht ausgleicht, müssen Arbeitnehmer einer Analyse zufolge mehr arbeiten, um die Stromrechnung decken zu können.

StromkostenAnalyse: Während Strom sich in den vergangenen zehn Jahren um 42 Prozent verteuerte, stiegen die Nominallöhne um 27 Prozent.© Sergej Toporkov / Fotolia.com

Berlin – 65 Stunden: So lange musste ein deutscher Arbeitnehmer 2016 im Durchschnitt arbeiten, um die jährlichen Stromkosten einer Familie zu begleichen. Das sind sieben Stunden mehr als noch vor zehn Jahren, wie eine Auswertung des Vergleichsportals TopTarif zeigt.

Gemessen an der Kaufkraft sind viele Güter des täglichen Bedarfs, wie Zucker oder Kaffee, günstiger geworden. Anders beim Strom: Die gestiegenen Löhne reichen der Analyse zufolge für einen Durchschnittsverdiener nicht aus, um die Strompreiserhöhungen der vergangenen zehn Jahre auszugleichen. Stiegen die Nominallöhne um 27 Prozent, habe sich Strom im gleichen Zeitraum um 42 Prozent verteuert.

Stromrechnung für eine Familie stieg um rund 326 Euro

Eine Familie mit einem jährlichen Stromverbrauch von 4.000 Kilowattstunden (kWh) zahlte 2006 im Schnitt 771 Euro für ihre Stromrechnung, so das Vergleichsportal. 2016 koste Strom 326 Euro mehr: 1.097 Euro. Nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes ist der durchschnittliche Nettostundenlohn im gleichen Zeitraum von 13,35 Euro auf 16,92 Euro gestiegen.

Preisdifferenzen am Strommarkt nutzen

Dass Strom hierzulande so teuer ist, liegt vor allem an den staatlichen Steuern, Umlagen und Abgaben. Sie machen inzwischen über die Hälfte des Strompreises aus, so Dr. Arnd Schröder, Geschäftsführer bei TopTarif.

Wer für seine Stromrechnung keine Überstunden machen möchte, sollte die Preisdifferenzen auf dem Strommarkt für sich nutzen. Eine Familie mit einem Stromverbrauch von 4.000 kWh zahle aktuell 1.229 Euro im teuren Grundversorgungstarif. Beim günstigsten Anbieter würden pro Jahr nur 823 Euro fällig. Das entspreche einer jährlichen Entlastung von 406 Euro.

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