Atomkraftgegner

Demonstrationen an mehreren Endlagerstandorten

Mehrere Hundert Atomkraftgegner haben am Sonntag an den deutschen Endlagerstandorten für einen Ausstieg aus der Kernenergie demonstriert. Dabei forderten die Demonstranten auch eine neue Endlagersuche für radioaktive Abfälle.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Gorleben (ddp/red) - Im niedersächsischen Gorleben umrundeten Umweltschützer das Endlagerbergwerk. An der Aktion beteiligten sich nach Angaben örtlicher Initiativen auch Landwirte mit ihren Traktoren. Ein Teil der Demonstranten versammelte sich anschließend zum "Gorlebener Gebet". Beide Kundgebungen seien friedlich verlaufen, sagte ein Polizeisprecher.

Im sachsen-anhaltischen Morsleben demonstrierten Kernkraftgegner mit einem "Atom-Müll-Spaziergang". Das frühere DDR-Endlager für radioaktive Abfälle wird derzeit nach dem Atomrecht geschlossen. Für den Abend hatten Bürgerinitiativen aus der Umgebung des niedersächsischen Atommülllagers Asse zu einer Kundgebung aufgerufen. Dabei sollten auch ein Adventskranz und Feuertonnen entzündet werden.

Neue Endlagersuche gefordert

Neben einer Stilllegung der Atomkraftwerke fordert die Anti-Atom-Bewegung auch einen Neuanfang bei der Endlagersuche. Am Donnerstag hatte das Bundesverfassungsgericht den Weg für den Bau des Endlagers Schacht Konrad freigemacht. In der ehemaligen Eisenerzgrube sollen schwach und mittelradioaktive Abfälle gelagert werden. Als Endlager für stark strahlenden Müll wie abgebrannte Brennstäbe favorisiert die neue Bundesregierung den Standort Gorleben.

EU macht Druck bei Endlager-Suche

Unterdessen will die Europäische Union nach Angaben der Zeitung "Die Welt" im ersten Halbjahr 2010 eine Verordnung für die Entsorgung von Atommüll vorlegen. Damit wolle Brüssel den Druck auf die EU-Mitglieder erhöhen, endlich mit dem Bau von Endlagern für Nuklearabfälle voranzukommen. Dies würde großen Druck auf die Bundesregierung ausüben, eine Lösung für den deutschen Atommüll zu finden, schreibt die Zeitung.

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