Strom, Geld, Einkauf

Das ändert sich für Verbraucher 2014

Der Strompreis geht nach oben, das Briefporto auch und ab Februar gilt das SEPA-Verfahren. Das neue Jahr kommt und mit ihm sehr viele Neuerungen rund um Zuhause, Freizeit, Einkauf oder Finanzen. 2014 trifft der Verbraucher auf Vor- und Nachteile.

Silvester© farbkombinat / Fotolia.com

Saarbrücken (AFP/red) - Strompreis, SEPA, Briefporto und Co.: Der folgende Überblick soll helfen, sich unter der Vielzahl der Neuerungen im neuen Jahr einen Überblick zu verschaffen und mögliche Vorteile nicht aus den Augen zu verlieren.

Bankgeschäfte mit SEPA

Zum 1. Februar tritt in Europa das SEPA-Zahlungssystem in Kraft. Bei inländischen Überweisungen reicht dann die Angabe der internationalen Kontonummer, kurz IBAN. Für SEPA-Überweisungen ins europäische Ausland ist vorerst neben der IBAN auch die internationale Bankleitzahl BIC erforderlich.

Online-Widerruf nur mit Erklärung

Ab Mitte Juni gilt EU-weit ein einheitliches Widerrufsrecht beim Internet-Einkauf. Die Frist für einen Widerruf beträgt dann 14 Tage nach Erhalt der Ware. Allerdings müssen die Kunden den Widerruf nun ausdrücklich erklären. Die Waren einfach zurückzuschicken, genügt nicht mehr. Den Händlern steht es frei, das Porto für die Retoure auf den Kunden abzuwälzen.

Verbrauchslabel bei Staubsaugern

Der Verkauf von Staubsaugern mit einer Leistung ab 1.600 Watt ist ab September verboten. Ab dann müssen Hersteller die Geräte außerdem mit einem Label für den Stromverbrauch versehen.

Europa wird mobilfunkfreundlicher

Ab 1. Juli werden Handy-Telefonate innerhalb der EU billiger. Laut Europäischem Verbraucherzentrum fallen für Anruf in der Heimat maximal 19 Cent pro Minute an, für eingehende Telefonate höchstens fünf Cent die Minute. Das Verschicken einer SMS kostet sechs Cent. Beim mobilen Surfen im Internet kostet ein Megabyte an Datenvolumen 20 Cent. Außerdem können Handy-Nutzer für ihren Auslandsaufenthalt einen anderen Netzanbieter wählen, unabhängig von ihrem Handyvertrag.

Porto und Versand werden teurer

Die Post erhöht ihr Briefporto von 58 auf 60 Cent. Teurer werden außerdem Einschreiben sowie Päckchen und Pakete. Bei Päckchen bis zwei Kilo aber gilt: Wer es in der Postfiliale abgibt, kann sich die neun Cent Preiserhöhung sparen.

Mehr Transparenz bei Lebensmitteln

Lebensmittelhersteller müssen 14 Inhaltsstoffe, die besonders oft Allergien hervorrufen, ab Mitte Dezember 2014 auf der Zutatenliste besonders markieren. Freiwillig können Hersteller regionaler Lebensmittel ab Anfang 2014 ein blau-weißes "Regionalfenster" auf die Verpackung drucken. Es soll darüber informieren, wo die Zutaten herkommen, wo ein Produkt verarbeitet und wo es verpackt wurde.

Neue Versicherungskarte und Bewertung von Pflegeheimen

Alle Versicherten ab 15 Jahren müssen ab Januar die neue Krankenversichertenkarte mit Foto nutzen. Ausgenommen von der Regelung ist nur, wer sich nicht fotografieren lassen kann, etwa wegen Bettlägerigkeit. Das Benotungssystem für Pflegeheime wird strenger: Die Messlatte für eine "sehr gute" Bewertung wird heraufgesetzt. Zudem werden besonders wichtige Einzelbereiche im Bewertungsbogen hervorgehoben.

Steigende Strompreise und Photovoltaik

Der Strompreis wird 2014 weiter steigen. Nach Schätzungen der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen erhöht sich die Rechnung für einen Haushalt mit einem jährlichen Stromverbrauch von 3.500 Kilowattstunden etwa um 2,73 Euro pro Monat. Preistreiber ist unter anderem die EEG-Umlage, mit der Ökostrom gefördert wird. Sie steigt um 0,963 Cent auf 6,240 Cent.

Gleichzeitig wird ab Januar die Einspeisevergütung für mittelgroße Photovoltaikanlagen gedrosselt. Nur noch 90 Prozent des erzeugten Solarstroms wird nach dem festen Einspeisetarif vergütet. Die restlichen zehn Prozent sollen Anlagebetreiber selbst nutzen oder weitervermarkten. Wer beides nicht tut, bekommt für die letzten zehn Prozent eine niedrigere Vergütung.

Bauen und Wohnen

Wer ein Haus oder eine Wohnung vermietet oder verkauft, muss ab Mai einen neuen Energieausweis für die Immobilie vorzeigen. Dort wird diese nach Effizienzklassen zwischen A+ bis H bewertet. Vermieter dürfen außerdem ab Januar nur noch geeichte Zähler für Warmwasser und Heizung nutzen.

Wer per Riester-Sparplan fürs Eigenheim spart, kann das angesammelte Geld jederzeit ganz oder teilweise verwenden, um Schulden für die Immobilie zu tilgen. Zudem darf das Geld nun auch für den altersgerechten Umbau des Eigenheims Verwendung finden.

Konstanttemperatur-Heizkessel, die vor 1985 installiert wurden, müssen 2014 ausgetauscht werden. Hausbesitzer, die mindestens seit 2002 in ihrem Ein- oder Zweifamilienhaus wohnen, sind von der Regelung ausgenommen.

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