Gegenwind

CDU-Politiker wollen Röttgen einen Maulkorb verpassen

Einige Unions-Politiker wollen ihrem Parteikollegen und Bundesumweltminister Norbert Röttgen in der Debatte um den Atomausstieg den Mund verbieten. Da ist von "Wunschträumen" die Rede, die einer "seriösen Sicherung der Zukunft" nicht im Wege stehen dürften.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Leipzig (ddp/red) - Unions-Bundestagsfraktionsvize Michael Kretschmer (CDU) mahnte Röttgen in der "Leipziger Volkszeitung" (Dienstagausgabe) laut Vorabbericht, sich mit öffentlichen Äußerungen bis zur Vorlage eines gemeinsam mit Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) ausgearbeiteten Energiekonzepts mit öffentlichen Äußerungen zur Atomkraft zurückzuhalten.

Die erneuerbaren Energien seien derzeit nicht konkurrenzfähig, sagte Kretschmer. Energiepolitik dürfe nicht dazu führen, dass die Industrie aus Deutschland vertrieben wird. "Es darf nicht um Wunschträume, sondern es muss um eine seriöse Sicherung der Zukunft gehen", sagte er. Keiner könne heute sagen, wann die Funktion der Atomkraft in Deutschland als Brückentechnologie beendet sei. Man brauche sichere Energieformen, die Deutschland dauerhaft international konkurrenzfähig halten.

Hessens Umweltministerin Silke Lautenschläger (CDU) sagte dem Blatt, bis zur Vorlage eines abgestimmten Energiekonzeptes der Bundesregierung wäre es sehr hilfreich, wenn alle Beteiligten auf unzulässige Vorfestlegungen verzichten würden. "Vorfestlegungen darf es nicht geben, weder bei den Laufzeiten noch bei den Automatismen zur generellen Sicherheitsüberprüfung der Meiler", sagte sie. Das von Röttgen ins Spiel gebrachte Jahr 2030 als Ende der Laufzeit für Atomkraftwerke habe nichts mit einem vernünftigen Energiekonzept zu tun.

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