500 Millionen Kilowattstunden

BVG wechselt zu Stadtwerken Leipzig

Ab 1. Oktober beziehen die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) den Strom für S-, U- und Straßenbahnen von den Stadtwerken Leipzig. Die Bewag verliert damit nach dem Land Berlin einen weiteren Großkunden, der immerhin knapp 500 Millionen Kilowattstunden jährlich verbraucht.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Berlin (ddp-bln/sm) - Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) beziehen ihren Strom künftig von den Stadtwerken Leipzig (SWL). Das sächsische Unternehmen habe von ursprünglich 20 Bewerbern über die Strombörse den Zuschlag erhalten, sagte eine BVG-Sprecherin am Freitag. Ab 1. Oktober werde die BVG zunächst für ein Jahr die für den Betrieb notwendigen etwa 500 Gigawattstunden Strom von dort beziehen.

Auch für die Stromabrechnung habe die BVG einen neuen Partner gefunden, das Thüringer Unternehmen Getec. Die Netznutzung werde weiterhin bei der Vattenfall-Tochter Bewag eingekauft.

Mit der europaweiten Ausschreibung und Aufteilung auf drei leistungsfähige Partner sei es gelungen, eine drohende Kostenerhöhung für die Stromversorgung abzuwenden, sagte BVG-Vorstandschef Andreas von Arnim. Die Gesamtkosten für elektrische Energie seien damit auf dem Stand von 2004 festgeschrieben worden. Die landeseigene BVG wechselt damit zum ersten Mal nach etwa 100 Jahren ihren Lieferanten.

Die Bewag hielt bisher in Berlin rund 80 Prozent Marktanteil bei gewerblichen Stromkunden. Das Land Berlin hatte bereits im Frühjahr angekündigt, ab 2005 keinen Bewag-Strom mehr zu beziehen. Der Großkunden-Verlust habe aber keine Auswirkungen auf die Strompreise für Haushalte, sagte ein Bewag-Sprecher der "Berliner Zeitung" (Freitagausgabe).

"Im vergangenen Jahr haben wir an alle unsere Kunden in Leipzig zusammen 1131 Gigawattstunden geliefert", kommentierte SWL-Sprecher Winfried Damm. Das zeige, wie wettbewerbsfähig die Stadtwerke sind.

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