Benchmark

Bundeswirtschaftsministerium legt Vergleich internationaler TK-Märkte vor

Bundeswirtschaftsminister Müller sieht Deutschlands TK-Markt in der Spitzengruppe.

05.02.2001, 13:49 Uhr
Telefontarife© VRD / Fotolia.com
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie hat am heutigen Montag seinen ersten Vergleich internationaler Telekommunikationsmärkte vorgelegt. Der Leistungsvergleich umfasst die Märkte Festnetz, Mobilfunk und Internet. Er wurde gemeinsam mit dem Wissenschaftlichen Institut für Kommunikationsdienste (WIK) erarbeitet.

Bundeswirtschaftsminister Dr. Werner Müller: "Der deutsche Telekommunikationsmarkt liegt im internationalen Vergleich drei Jahre nach der Liberalisierung in der Spitzengruppe. Insbesondere bei den Kommunikationskosten überzeugt der deutsche Standort. Beim Mobilfunk hatte Deutschland im vergangenen Jahr den europaweit am schnellsten wachsenden Markt. Gut fünfzig Millionen Deutsche sind bereits per Handy erreichbar. Ich gehe davon aus, dass es Ende dieses Jahres zwischen 60 und 65 Millionen sein werden. Diese Entwicklung trägt wesentlich dazu bei, Deutschland in den Zukunftsfeldern E-Businees und M-Commerce international an der Spitze zu positionieren und somit in Deutschland neue, moderne Arbeitsplätze zu schaffen."

Anlass zur Erstellung des Benchmarks gaben die vielen auf dem Markt vorhandenen internationalen Vergleiche, die häufig bis zu einem Jahr alte oder länger zurück liegende Daten verwenden. Dabei wird der Dynamik des deutschen TK-Markts nur unzureichend Rechnung getragen. Hieraus sind häufig Forderungen an die Politik erwachsen, die durch die tatsächliche Marktlage nicht mehr gerechtfertigt waren. Dies macht insbesondere ein Vergleich der Internetkosten deutlich.

Im Festnetz wurden die Segmente Ferngespräch und Ortsgespräch untersucht. Die Untersuchung zeigt, dass im Dezember 2000 kurze Ferngespräche innerhalb Deutschlands rund um die Uhr und kurze Ortsgespräche zur Nebenzeit in Deutschland am günstigsten waren. In Deutschland profitieren Telefonkunden davon, dass keine zusätzlichen Kosten für den Gesprächsaufbau anfallen. Hinzu kommt, dass der deutsche Markt durch eine Vielzahl von Internet-Tarifrechnern besonders transparent ist, das Call-by-Call-System früh eingeführt wurde und über die Möglichkeit der einheitlichen Rechnung besonders attraktiv ist.

Die Nutzung des Mobilfunks war im August in Deutschland laut Teligen, einer anerkannten britischen Consultingfirma im Bereich Telekommunikation, insgesamt günstiger als in Frankreich, Großbritannien, Italien oder Schweden. Die Kunden profitieren hier zu Lande demnach stark von einer besonders hohen Subvention der Endgeräte. Zugleich ließen die Nutzungspreise weiter nach. Einer Berechnung des Statistische Bundesamtes zufolge fiel der Preisindex für Mobiltelefondienstleistungen in Deutschland von November 1999 auf November 2000 um gut 14 Prozent. Die Zahl der Nutzer stieg im gleichen Zeitraum um 114 Prozent.

Die Nutzung des Internets verläuft in Deutschland ebenfalls dynamisch. Mittlerweile ist gut ein Drittel der Bevölkerung im Internet. Dazu haben auch die niedrigen Zugangskosten beigetragen. Ende 2000 waren Flatrates fast 60 Prozent billiger als zu Beginn des Jahres, Minutentarife lagen um bis zu 60 Prozent unter den Tarifen zu Beginn des Jahres 2000. Wenn man die auf DSL-Basis angebotenen Flatrates mit einbezieht, ergibt sich bei den ungetakteten Tarifen sogar eine noch stärkere Absenkung.

Der Benchmark basiert auf Sekundärerhebungen und erhebt nicht den Anspruch einer wissenschaftlichen Untersuchung. Anlässlich des Primärziels, für die Wachstumsmärkte Mobilfunk, Festnetz und Internet möglichst zeitnahe Daten zu verwenden, wurden in wenigen Wochen auf der Basis selbst durchgeführter Internetrecherchen sowie vom WIK zur Verfügung gestellter Daten, internationale Vergleiche erstellt. Teilweise wurden auch andere, allgemein zugängliche Quellen berücksichtigt.

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