Kampfansage

Bundesumweltministerium kritisiert Windkraft-Pläne in NRW

Das Umweltministerium hat auf die Pläne der neuen NRW-Landesregierung, restriktivere Regelungen zur Errichtung von Windkraftanlagen zu erlassen, mit Kritik reagiert. Es sei eine "frontale Kampfansage" an diesen Energieträger, die letztlich zur Folge haben könnte, dass kaum noch Windräder genehmigt würden.

28.06.2005, 11:28 Uhr
Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Düsseldorf/Berlin (ddp-nrw/sm) - Das Bundesumweltministerium sieht in der Koalitionsvereinbarung von CDU und FDP in Nordrhein-Westfalen zur Windkraft eine "frontale Kampfansage" an diesen Energieträger. Die geplante Bundesratsinitiative, mit der die Privilegierung von Anlagen im Baugesetzbuch beendet werden soll, werde letztlich zur Folge haben, dass flächendeckend kaum noch Windräder genehmigt würden, sagte ein Sprecher des Ministeriums am Montag auf ddp-Anfrage. Die Ziele der Bundesregierung zum Ausbau der Windenergie würden damit wahrscheinlich verfehlt.

Der Sprecher betonte, dass die Windkraft wie andere erneuerbare Energieträger eine große Bedeutung für die zukünftige Energieversorgung in Deutschland hätten. Ziele eines Ausbaus der erneuerbaren Energien seien unter anderem, die Abhängigkeit vom Öl zu senken und die vereinbarten Klimaschutzziele zu erreichen. Zudem gehe es auch um die Technologie-Förderung: So sei Deutschland die führende Nation bei der Windenergie.

CDU und FDP hatten sich in ihren Koalitionsverhandlungen auch auf eine Bundesratsinitiative zur Änderung der Förderung von Windrädern verständigt. Auf Landesebene sollen restriktivere Regelungen zur Errichtung der Anlagen erlassen werden.

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