Druck kann helfen

Bütikofer wirft Energiekonzernen "Raubrittertum" vor

Als "modernes Raubrittertum" bezeichnete Grünen-Chef Reinhard Bütikofer die ökonomisch unsinnige Kopplung des Gaspreises an den Ölpreis. Gleichzeitig forderte er, Verbraucherinitiativen zu unterstützen und jeden Gaskunden zu ermuntern, Widerspruch gegen Preiserhöhungen einzulegen.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Osnabrück (ddp/sm) - Grünen-Chef Reinhard Bütikofer hat angesichts drastisch gestiegener Energierechnungen gefordert, die Koppelung des Gaspreises an den Ölpreis aufzuheben. Die Preisbindung sei ökonomisch nicht gerechtfertigt, weil die jeweiligen Produktionskosten völlig unterschiedlich seien, sagte Bütikofer der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Donnerstagausgabe). Er fügte hinzu: "Das ist modernes Raubrittertum, was sich da abspielt."

Die Politik könne zwar nicht direkt in die Preisbildung der Energieversorger eingreifen, aber ihr seien auch nicht ganz die Hände gebunden: "Politischer Druck kann helfen", betonte Bütikofer. Er forderte, Verbraucherinitiativen zu unterstützen und jeden Gaskunden zu ermuntern, Widerspruch gegen Preiserhöhungen einzulegen, "damit die Kalkulationsgrundlagen offengelegt werden".

Als Bestätigung für die Richtigkeit rot-grüner Energiepolitik wertete Bütikofer die aktuelle Entwicklung der Ölpreise: "Wir erleben gegenwärtig in dramatischer Weise, was unsere Abhängigkeit vom Öl bedeutet." Die Steigerung des Ölpreises von ungefähr 30 Dollar pro Barrel letztes Jahr auf jetzt über 60 Dollar koste Deutschland dieses Jahr ein Prozent Wirtschaftswachstum und eine sechsstellige Zahl an Arbeitsplätzen.

Einmal mehr zeige sich damit, wie wichtig es sei, erneuerbare Energien zu fördern, für Energieeinsparungen zu sorgen und die Energieeffizienz zu erhöhen.

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