Preissteigerungen

Buchungsportal darf Hotelpreise nicht vorschreiben

Hotelpreise dürfen sich im kommenden Jahr in größerer Freiheit bewegen.

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Hotelpreise dürfen sich im kommenden Jahr in größerer Freiheit bewegen. Das Bundeskartellamt hat die Bestpreisklausel des Buchungsportals HRS verboten. Der Zusammenhang: Unter Vertrag stehende Hoteliers durften den Preis des Onlineportals nicht unterbieten, nicht einmal an der Rezeption.

Unflexible Preise selbst an der Rezeption

In Verträgen mit HRS waren Hotels verpflichtet, den niedrigsten Preis in jedem Fall über das Internetportal auszuschreiben. Auch andere Vergünstigungen durften nur über das Online-Portal buchbar sein, beispielsweise die niedrigsten Stornierungs- und Buchungsgebühren. Mit einer weiteren Regel im März 2012 spitzte sich die Lage für Vertragspartner weiter zu: Selbst an der Rezeption durften die Preise nicht unter denen im Portal festgeschriebenen liegen.

Befreiungsschlag für Hoteliers

Das Urteil des Kartellamtes findet großen Zuspruch bei Hotelbetreibern und auch beim Branchenverband des Hotelgewerbes. "Das ist das lange erwartete Weihnachtsgeschenk. Buchungsportale können und werden in dieser heutigen Form nicht weiter bestehen bleiben", sagte Eugen Block, Besitzer des Elysée Hotels in Hamburg der Welt. Der Hauptgeschäftsführer des Hotelverbandes, Markus Luthe, ist der Zeitung zufolge sogar der Meinung, dass die Untersagung der Klausel ein "Befreiungsschlag für die Hoteliers in Deutschland" werden könnte.

Wettbewerb durch Bestpreisklausel beeinflusst

Bis zum 1. März muss die Klausel aus Verträgen und Allgemeinen Geschäftsbedingungen gestrichen werden. Das Bundeskartellamt sah vor allem eine Wettbewerbsverzerrung zwischen den unterschiedlichen Portalen und denen, die sich als neue Anbieter im Netz etablieren wollten. Auch andere Hotelportale, wie Booking and Expedia, würden wegen ihrer Bestpreisklausel verklagt. "Letztlich verhindern die Klauseln, dass an anderer Stelle niedrigere Hotelpreise angeboten werden können", sagte der Präsident des Bundeskartellamtes, Andreas Mundt.

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