Nachfrage-Pflicht

BU-Versicherung zahlt, wenn der Makler schlampt

Macht ein potenzieller Kunde mit sichtbarer, bestehender Vorerkrankung beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung ungenaue Angaben und fragt der Versicherungsmakler nicht nach, muss die Versicherung, wenn später eine Berufsunfähigkeit eintritt, dennoch zahlen.

Finanzen© Kautz15 / Fotolia.com

Hamm (dapd/red) - Wenn ein Antragsteller beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung erkennbar ungenaue Angaben macht, muss der Vermittler nachfragen. Tut er das nicht, muss die Versicherung im Falle einer Berufsunfähigkeit zahlen.

Versicherung wollte wegen bestehender Krankheit nicht zahlen

Das entschied das Oberlandesgericht Hamm. Ein Gärtner wurde durch eine Arthritis-Erkrankung berufsunfähig. Der Versicherer wollte jedoch nicht zahlen, weil sich der Mann bei Vertragsschluss schon in ärztlicher Behandlung befand. Vor Gericht kam die Versicherung damit nicht durch.

Weil Vermittler schlampte, musste doch gezahlt werden

Der Vermittler hätte den Mann auf seinen bandagierten Fuß ansprechen müssen, den er beim Beratungsgespräch hatte. Denn dies sei ein deutlicher Hinweis auf eine Erkrankung gewesen, die sich nicht im Antragsformular wiederfand, befand das Gericht.

Top