Konkurrenzfähig

Braunkohletag 2002: Energieträger mit wachsender Bedeutung

Ein sicherer und konkurrenzfähiger Energieträger aus heimischer Gewinnung ist für die Stromerzeugung unverzichtbar. Diese Schlussfolgerung zog der Bundesverband Braunkohle auf dem diesjährigen Braunkohletag in Bonn. Kritisch äußerte sich der Verband zu dem von der EU-Kommission vorgelegten Entwurf zum Handel mit Emissionszertifikaten für Kohlendioxid.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Die deutsche Braunkohle geht gestärkt aus der Liberalisierung der europäischen Strommärkte hervor. Sicherheit und Preiswürdigkeit machen den wichtigsten heimischen Energieträger zu einer Verstromungsenergie mit wachsender Bedeutung und zum unverzichtbaren Bestandteil der deutschen Energieversorgung. Dies erklärte der Vorstandsvorsitzende des Bundesverbandes Braunkohle (DEBRIV), Berthold Bonekamp, anlässlich des Braunkohlentages 2002 in Bonn. Zudem hätte sich die inländische Braunkohlenförderung im vergangenen Jahr um vier Prozent auf 175 Millionen Tonnen erhöht.

Die offenen und wettbewerbsorientierten Strukturen des Strommarktes hätten gezeigt, dass ein sicherer und konkurrenzfähiger Energieträger aus heimischer Gewinnung für die Stromerzeugung unverzichtbar ist, erläuterte Bonekamp. Gleichzeitig begrüßte er, dass in der aktuellen energiepolitischen Debatte "Aspekte der Verfügbarkeit, der Preiswürdigkeit und der inländischen Wertschöpfung wieder deutlich an Stellenwert gewonnen haben".

Vorschlägen, Braunkohle und andere fossile Energieträger aus Klimaschutzgründen aus der deutschen und europäischen Energieversorgung zu verdrängen, erteilte der DEBRIV-Vorsitzende eine klare Absage. Als Ersatz käme im Wesentlichen nur importiertes Erdgas in Frage. Dies würde zu unkalkulierbaren Versorgungs- und Preisrisiken führen. Kritisch äußerte Bonekamp sich auch zu dem von der EU-Kommission vorgelegten Entwurf zum Handel mit Emissionszertifikaten für Kohlendioxid, der im Ergebnis weder ökologisch noch ökonomisch sinnvoll sei. Deutschland habe im Rahmen der EU-Lastenverteilung die mit Abstand größten Reduktionsverpflichtungen übernommen. Hierzu habe die Braunkohle einen maßgeblichen Beitrag geleistet, erklärte Bonekamp. Er teile die Meinung der Bundesregierung, dass Deutschland seine Klimaschutzverpflichtungen ohne Verwerfungen der Wirtschafts- und Energieversorgungsstrukturen erreichen kann.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Erneuerbare Energie

    Energieverbrauch steigt – Keine Veränderung beim CO2

    Der Energieverbrauch in Deutschland hat laut der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen 2017 zugenommen. Tendenziell war der Verbrauch seit 2006 eher rückläufig gewesen. Trotzdem blieben die CO2-Emissionen im Vergleich zum Vorjahr unverändert.

  • München

    Oktoberfest: Riesiger Strombedarf wird mit Ökoenergie gedeckt

    Auf dem Münchener Oktoberfest verbrauchen Fahrgeschäfte und Buden die Strommenge einer Kleinstadt. Immerhin: Seit 2012 wird für die Energieversorgung ausschließlich Ökostrom und -gas bereitgestellt.

  • Stromtarife

    Vorurteilsfreie Bewertung: Röhrlich erhält Journalistenpreis auf der Jahrestagung Kerntechnik

    Heute beginnt die Stuttgart die diesjährige Jahrestagung Kerntechnik. Im Mittelpunkt des Branchentreffs steht die Forderung nach einer vourteilsfreien Bewertung des umstrittenen Energieträgers Kernenergie. Die Journalistin Dagmar Röhrlich erhält in diesem Zusammenhang den mit 5000 Euro dotierten Journalistenpreis des Atomforums für ihre fundiert recherchierten Beiträge.

  • Hochspannungsleitung

    Positionspapier: Kernenergie notwendig für Europas Energieversorgung

    Das Deutsche Atomforum hat ein Positionspapier zum Grünbuch der EU-Kommission zur Energieversorgungssicherheit veröffentlicht. Darin spricht sich die Vereinigung dafür aus, die Kernenergie als wesentlichen Beitrag für die Versorgungssicherheit und für den Klimaschutz noch deutlicher aufzunehmen.

  • Strompreise

    Schröder: Guter Tag für den Energiestandort Deutschland

    Die Übernahme der VEAG- und LAUBAG-Privatisierungsaltlasten von der BvS durch Vattenfall Europe wertete Bundeskanzler Schröder als gute Nachricht für den Wettbewerb im Energiesektor, die Versorgungssicherheit und die Beschäftigung in Ostdeutschland.

Top