Zukunftsträchtig

Branchenkompass: Ökostrom auf dem Vormarsch

Auch wenn der Optimismus bei alternativen Energien derzeit am größten ist, hält jeder dritte Manager in der Branche am Atomstrom fest und glaubt nicht an den Stopp in den Atomkraftwerken. Das hat die Studie "Branchenkompass Energieversorger" von Mummert + Partner, dem F.A.Z.-Institut und dem manager magazin ergeben.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Ökostrom gilt bei Energieversorgern als zukunftsträchtig: Bis 2010 soll sich der Anteil regenerativer Energie am Strommarkt verdoppeln. Der Markt für alternative Energie ist zwar klein - aber lukrativ. Jeder siebte Strommanager setzt auf regenerative Energiequellen wie Wind, Wasser und Sonnenlicht. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie "Branchenkompass Energieversorger" von Mummert + Partner, dem F.A.Z.-Institut und dem manager magazin.

Die so genannten regenerativen Energien sind auf dem Vormarsch. Ein Grund: Im April 2002 trat das neue Atomgesetz in Kraft, das den Ausstieg aus der Kernenergie vorsieht. Zugleich fördert die Subventionspolitik alternative Energien sowie die Kraft-Wärme-Koppelung. Damit bekommt der Ökostrom zusätzlichen Aufwind. Doch das Geschäft mit zum Beispiel Windenergie ist schon in den letzten fünf Jahren um etwa 280 Prozent gestiegen. Wurden 1997 etwa 3000 Gigawattstunden Windenergie in die deutschen Netze eingespeist, waren es 2001 schon 10 700. Bis 2010 soll sich der Ökostrom-Anteil verdoppeln - dazu werden Windenergie und Biomasse am stärksten beitragen. Zurzeit entfallen auf Wasser gut 20 000 Gigawattstunden, auf Biomasse etwa 1500. Solarenergie spielt dagegen nur eine verschwindend geringe Rolle im deutschen Strommix.

Auch wenn der Optimismus bei alternativen Energien derzeit am größten ist, hält jeder dritte Manager in der Branche am Atomstrom fest und glaubt nicht an den Stopp in den Atomkraftwerken. Nur 27 Prozent halten den Ausstieg für möglich, der Rest steht der Frage neutral gegenüber. Fest steht: Noch ist das Geschäft mit den regenerativen Energien ein kleiner Teilmarkt. Insgesamt wird Öekostrom von etwa 40 000 Gigawattstunden in das deutsche Stromnetz eingespeist - das entspricht weniger als zehn Prozent des gesamten deutschen Strommarktes. Die 19 deutschen Kernkraftwerke decken dagegen rund ein Drittel ab.

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