Preissteigerungen

Branche will exklusivere und teurere Kreuzfahrten

Die deutsche Kreuzfahrtbranche hat offenbar das Jahr der Costa-Concordia-Havarie ziemlich schadlos überstanden.

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Die deutsche Kreuzfahrtbranche hat offenbar das Jahr der Costa-Concordia-Havarie ziemlich schadlos überstanden. 2012 haben sich erstmals fast zwei Millionen Bundesbürger auf Schiffsreise begeben, so viele wie nie zuvor. Künftig will man mit (noch) mehr Luxus und Exklusivität punkten.

Kein Einbruch durch Unglück der Costa Concordia

Wie der Deutsche Reiseverband (DRV) bei der Vorstellung der Zahlen für das vergangene Jahr mitteilte, sei die Buchungsquote für eine Hochsee- oder Flusskreuzfahrt trotz des Unglücksfalls vor der italienischen Insel Giglio, über den wochenlang intensiv berichtet worden war, 2012 um 7,1 Prozent gestiegen. Der Gesamtumsatz der Branche habe zum ersten Mal die Marke von drei Millionen Euro überschritten. Der durchschnittliche Reisepreis für eine Hochseekreuzfahrt blieb nach Angaben des Verbands unverändert bei 1.710 Euro – ebenso wie die Reisedauer, die erneut bei 9,2 Tagen lag. Das beliebteste Fahrtgebiet war mit Abstand das westliche Mittelmeer gefolgt von der Region Nordland (Norwegen, Island, Spitzbergen, Grönland), dem östlichen Mittelmeer, den Kanarischen Inseln, der Karibik sowie der Ostsee. Damit bleibe die Rangfolge gegenüber dem Vorjahr unverändert.

Exklusiver: Echter Rasen und selbstgebrautes Bier

Doch die Reisepreise sollen steigen, so ein Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Die Ware Reise brauche "generell einen höheren Stellenwert", zitiert die Zeitung Richard Vogel, Vorsitzender des Ausschusses Schifffahrt im DRV. Kreuzfahrten sollen exquisiter werden - so gibt es bereits Reedereien, die echten Rasen an Deck verlegen oder auf hoher See Bier brauen lassen. Kürzlich hat ein kanadischer Milliardär kundgetan, er wolle die Titanic originalgetreu nachbauen lassen und dabei auch die drei Klassen beibehalten - die Passagiere bekämen sogar entsprechende Kleidung gestellt. Betrachtet man solche Vorhaben zusammen mit den massiv gestiegenen Treibstoffkosten, die im vergangenen Jahr trotz der gestiegenen Gästezahlen kaum für höhere Gewinne in der Branche gesorgt haben werden, sind steigende Preise mehr als wahrscheinlich. Verringerte Umsätze gibt der DRV bis dato nur für Flusskreuzfahrten zu.

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