Herausforderung

BlackBerry stehen schwere Zeiten bevor

Der Smartphone-Pionier BlackBerry kämpft verbissen gegen den Abstieg in die Bedeutungslosigkeit. An vorderster Front steht der deutsche Manager Thorsten Heins. Auf der Hauptversammlung deutet er weitere Einsparungen an.

BlackBerry

Waterloo/New York (dpa/red) - Nach enttäuschenden Geschäftszahlen und einem Kurseinbruch wirbt BlackBerry-Chef Thorsten Heins um Vertrauen bei den Anteilseignern. "Es braucht mehr als ein paar Quartale, bis wir dorthin gelangen, wo wir hin wollen", sagte der aus Deutschland stammende Manager auf der Hauptversammlung im kanadischen Waterloo. Der Wettbewerb sei stark. "Es wird nicht einfach."

BlackBerry 10 erfüllt nicht die Erwartungen

Heins hatte zu Jahresbeginn neue Smartphones mit dem hoffnungsvollen Betriebssystem BlackBerry 10 vorgestellt. Die Verkaufszahlen blieben aber hinter den Erwartungen zurück und es liefen neue Millionenverluste auf, woraufhin vor zwei Wochen die Aktie des Unternehmens massiv einbrach.

Von den anwesenden Aktionären bekam Heins nun lobende Worte und die Aktie stieg während der Versammlung um drei Prozent. Der ehemalige Siemens-Manager war vor einem guten Jahr angetreten, um das kanadische Unternehmen fit zu machen gegen Branchenriesen wie Apple mit seinem iPhone oder Samsung mit seinen Galaxy-Handys.

Sicherheit weiter im Fokus

Heins richtet BlackBerry vor allem auf Geschäftskunden aus, die eine hohe Sicherheit benötigen. Dafür sind BlackBerrys bekannt. "Wir alle verfolgen die Nachrichten", sagte der Firmenchef. Neben Handys kann er sich auch den Einsatz von BlackBerry-Software in Autos oder Maschinen vorstellen. "Wir sind hundertprozentig offen für Partnerschaften."

Marktanteil um die Hälfte geschrumpft

Der Marktanteil von BlackBerry bei Smartphones hat sich nach Angaben der Marktforschungsfirma IDC binnen eines Jahres auf drei Prozent halbiert. Besonders schlecht läuft es in den USA, dem Heimatmarkt von Apple. Heins reagierte auf die Entwicklung mit einem Sparprogramm, dem Tausende Stellen und ganze Werke zum Opfer fielen. Er deutete nun weitere Einsparungen an, um Investitionen in neue Geräte und Software zu finanzieren.

"Es gibt nicht nur einen oder zwei Gewinner in diesem Markt", sprach Heins den Aktionären Mut zu, die teilweise viel Geld verloren haben. Gleichzeitig warnte er aber: "Es gibt keine Sicherheit, dass wir Erfolg haben werden, lassen Sie mich da klar sein." Die Verwaltungsratsvorsitzende Barbara Stymiest stärkte Heins den Rücken bei seinen Umbauplänen: "Wir stehen vollauf hinter dem Management."

Zeitung spricht von Stellenabbau

Laut einem Zeitungsbericht droht bei BlackBery bereits der nächsten Stellenabbau. Davon sollen unter anderem das mittlere Management sowie der Verkaufsbereich betroffen sein, schrieb das "Wall Street Journal" am Mittwoch.

Zudem sei der für Verkäufe in den USA zuständige Vize-Präsident Richard Piasentin im vergangenen Monat entlassen worden, hieß es unter Berufung auf informierte Personen. Laut Marktforschern war der US-Marktanteil von Blackberry zuletzt trotz des Starts neuer Modelle unter ein Prozent gefallen. Das Unternehmen bestätigte der Zeitung lediglich, dass Piasentin nicht mehr für Blackberry arbeite, machte aber keine weiteren Angaben.

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