Abgabenhöhe

Betreiber von Blockheizkraftwerken bei EEG-Umlage entlastet

Seit Beginn des Jahres mussten Betreiber von Blockheizkraftwerken für den selbst erzeugten und verbrauchten Strom die EEG-Umlage in voller Höhe entrichten. Mit einer Entscheidung der EU-Kommission wird die Abgabenhöhe wieder verringert.

Strompreis© babimu / Fotolia.com

Stuttgart - Für Betreiber von Blockheizkraftwerken hat sich die Abgabenlast stark verringert. Betreiber von Anlagen mit einer elektrischen Leistung bis ein und über zehn Megawatt (MW) müssen künftig nur noch 40 Prozent der EEG-Umlage auf selbst verbrauchten Strom zahlen. Die fällige EEG-Umlage reduziert sich damit von 6,79 Cent auf 2,72 Cent pro Kilowattstunde. Am 1. August 2018 hat die EU-Kommission die Reduzierung genehmigt. Darauf weist das Kompetenzzentrum KWK der KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg hin.

Die Abgabenhöhe ist nun wieder so hoch wie vor 2018. Die neue Regelung gilt rückwirkend seit dem 1. Januar 2018. Die volle EEG-Umlage war erst zum Jahreswechsel eingeführt worden. Die Reduzierung der Umlage gilt vorerst für das Jahr 2018. Welche Regeln 2019 gelten werden, ist noch nicht klar.

Kleine und sehr große KWK-Anlagen profitieren von der reduzierten EEG-Umlage

Mit der Neuregelung würden kleine und besonders große KWK-Anlagen jetzt wieder nur noch mit 40 Prozent der Umlage belastet. In der Kategorie ein bis zehn Megawatt Leistung hänge die Höhe der EEG-Umlage von der Zahl der Vollbenutzungsstunden ab – unterhalb von 3.500 Vollbenutzungsstunden liege die Umlage bei 40 Prozent, steige die Anzahl der Stunden, steige auch die Umlage. Vollständig befreit von der EEG-Umlage seien nur Anlagen, die vor dem 1. August 2014 in Betrieb gegangen sind.

Die Technologie wird immer beliebter, berichtet das Kompetenzzentrum weiter. Der KWK-Anteil an der Nettostromerzeugung wachse stetig an. Von 2003 bis 2016 sei er deutschlandweit um 38 Prozent auf 19,1 Prozent gestiegen. Ein Grund dafür seien die vielen neuen Blockkraftheizwerke im Leistungsbereich mit 10 bis 200 Kilowatt – eine Größe, die für die meisten Unternehmen und Kommunen interessant seien.

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