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Berliner Flughafen muss Lärmschutz verbessern

Mit einem Ende April ergangenen Urteil zum Anwohner-Lärmschutz kommen sehr wahrscheinlich neue, noch höhere Kosten auf Berlin und Brandenburg zu.

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Mit einem Ende April ergangenen Urteil zum Anwohner-Lärmschutz kommen sehr wahrscheinlich neue, noch höhere Kosten auf Berlin und Brandenburg zu. Das letzte Kapitel zum Milliardengrab Flughafen ist wohl noch lange nicht geschrieben, und die "kleine Schwester" in Tegel, die dringend auf die Fertigstellung des BER wartet, blickt bangen Auges auf die Großbaustelle.

Gerichtsurteil fordert Nachbesserungen beim Lärmschutz

Wie das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg vergangene Woche entschieden hat, verfehlt der Hauptstadtflughafen laut Plan systematisch verschiedene Schallschutzvorgaben. Dies wird erhebliche Mehrkosten zur Folge haben - in welcher Höhe, sei derzeit noch nicht zu beziffern, so Brandenburgs Verkehrsminister Jörg Vogelsänger. Medienberichten zufolge könnten die Gesamtkosten im Bereich Schallschutz wegen der neuen Vorgaben auf bis zu 730 Millionen Euro steigen. Diese Summe ist im gesamten Finanzplan für den Flughafen nur teilweise enthalten. Möglicherweise wird im Zuge dieser Neubilanzierung sogar ein Nachtragshaushalt für Brandenburg fällig.

Tegel hängt am Tropf des Großflughafens

Unterdessen blicken manche Beobachter mit gehöriger Skepsis nach Tegel, wo die Umgestaltung des Innenstadt-Flughafens in einen Forschungs- und Industriepark eigentlich bis 2017 abgeschlossen sein soll. Das wird den Berliner Senat mindestens 139 Millionen Euro kosten - doch der Beitrag des Landes (also de facto des Steuerzahlers) steigt mit jedem Tag, den der Großflughafen BER später kommt. Gleiches gilt für den Flughafen in Schönefeld, der ebenfalls weiterlaufen muss, weil BER noch nicht einsatzfähig ist. Eigentlich sollte der Umbau Tegels zuerst kommen, doch solange dort noch Passagiere abgefertigt werden, verzögert und verteuert sich die gesamte Planung. Zudem wird wohl kaum ein Unternehmen, so groß dessen Interesse an einem Standort im künftigen Technologiepark auch sein mag, angesichts solcher Unwägbarkeiten langfristig planen und investieren wollen.

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