Mietpreise

Bericht: Mietspiegel fehlt in vielen Städten mit Preisbremse

Ein Mietspiegel dient dazu, die Mieten in Städten miteinander vergleichen zu können. Ausgerechnet in vielen Städten, in denen die Mietpreisbremse eingeführt wurde, gibt es einem Bericht zufolge solch einen Spiegel nicht.

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Berlin - Drei Viertel aller Städte mit Mietpreisbremse haben einem Bericht zufolge keinen Mietspiegel. Das zeigt eine Auswertung, die die "Süddeutsche Zeitung" am Dienstag veröffentlichte. In diesen 177 Kommunen fehle damit die Grundlage, um das Gesetz gegen sprunghafte Mieterhöhungen effektiv in die Tat umzusetzen. Lediglich 62 Gemeinden in Deutschland mit Mietpreisbremse hätten auch einen entsprechenden Mietspiegel.

Ohne Mietspiegel fehlen Vergleichsmöglichkeiten

Für Mieter und Vermieter ist es ohne Mietspiegel mit viel Aufwand verbunden, die ortsübliche Vergleichsmiete herauszufinden. Der Immobilien-Ökonom Steffen Sebastian von der Universität Regensburg sagte der Zeitung: "De facto läuft die Mietpreisbremse ohne Mietspiegel ins Leere."

Mietpreisbremse soll starke Preisanstiege verhindern

Bislang mussten Neumieter oft deutlich mehr für eine Wohnung zahlen als ihre Vormieter. Um das zu verhindern, dürfen Neumieten in ausgewiesenen Gegenden nur noch maximal zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. Die Bundesländer können seit dem 1. Juni die Mietpreisbremse in Gebieten mit "angespanntem Wohnungsmarkt" einführen. Bisher haben das sechs Länder getan.

Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe verhandelt am Mittwoch über eine Rechtsverordnung des Landes Berlin, wonach die Monatsmiete in einem laufenden Mietvertrag innerhalb von drei Jahren höchstens um 15 Prozent steigen darf. Ein Vermieter hat dagegen geklagt (Az.: VIII ZR 217/14).

Quelle: DPA

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