OpenOffice-Hilferuf

Bekannte Open-Source-Software unter finanziellem Druck

Das Team um die kostenlose Büroanwendung OpenOffice befindet sich in finanziellen Nöten. Da noch kein neuer Investor gefunden wurde, folgt nun der Spendenaufruf. Anderenfalls droht das Aus des Vereins, denn die Konkurrenz schläft nicht.

13.10.2011, 11:38 Uhr
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Hamburg/Berlin (red) - Die Software OpenOffice hat viele Kenner, Freunde und vor allem Nutzer. Ihre Beliebtheit geht vor allem daraus hervor, dass die angebotenen Leistungen wie Text- und Datenverbarbeitung denen des großen Konzerns Microsoft stark ähneln. Doch wie der Name schon vermuten lässt, ist OpenOffice im Gegensatz zu vielen anderen Angeboten kostenfrei über das Internet zu beziehen.

Investor dringend gesucht

War die finanzielle Lage bis 2010 noch halbwegs gesichert, hat das Entwicklerteam seitdem mit der Suche nach passenden Investoren zu kämpfen. Nachdem sich Oracle im Frühsommer 2011 zurückzog, um die Weiterentwicklung des Open-Soruce-Programms in die Hände unanbhängiger Projekte zu geben, steht der Verein nun kurz vor dem Aus. Nach eigenen Angaben fehle beispielsweise das Geld, um ein neues und dringend benötigtes Software-Update herauszubringen und die wenigen festangestellten Entwickler bezahlen zu können.

OpenOffice vor dem Aus? Spenden als mögliche Rettung

Eine Möglichkeit der finanziellen Unterstützung sieht der Verein OpenOffice.org in Spenden durch seine zahlreichen Anwender und startet daher einen Spendenaufruf. Die große Hoffnung des Teams liegt darin, mit einer neuen Version die Zweifel und die Verunsicherung der Kunden ausräumen zu können. Gegenüber der Financial Times Deutschland (FTD) betonte ein Sprecher des Vereins allerdings, dass OpenOffice auf jeden Fall Open Source bleiben solle.

OpenOffice versus LibreOffice

Doch nicht nur finanzielle Sorgen plagen das Projekt OpenOffice.org, wie die FTD aufzeigt. So hätten sich viele der ehrenamtlichen Programmierer mit der Übernahme von Oracle dem eigentlichen Entwicklerteam abgewandt und das ähnlich anmutende LibreOffice entwickelt. Und während OpenOffice momentan zu kämpfen hat, steht der Konkurrent wesentlich vorteilhafter da und ist zudem in der Lage, neue Versionen zu programmieren. Viele Kunden von OpenOffice.org könnten sich daher vorstellen, so die FTD, auf Dauer zu LibreOffice zu wechseln.

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