Rasantes Wachstum

BEE und UVS: Klimaschutz ist Wirtschaftsförderung

Der Bundesverband Erneuerbarer Energien und die Unternehmensvereinigung Solarwirtschaft kritisierten die Darstellung der Kosten für erneuerbare Energien im Energiebericht des Wirtschaftsministers. Deutschland dürfe seine technologische Vorreiterrolle in diesem Bereich nicht aufs Spiel setzen.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Maßnahmen zum Klimaschutz schaffen Arbeitsplätze und stellen keine Gefahr für die deutsche Wirtschaft dar. Mit dieser Aussage weisen der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) und die Unternehmensvereinigung Solarwirtschaft (UVS) auf das rasante Marktwachstum erneuerbarer Energien in Deutschland hin.

Die Verbände wollen damit zugleich die Darstellungen im gerade veröffentlichten Energiebericht von Bundeswirtschaftsminister Werner Müller widerlegen. Nach Darstellung von Müller würden Klimaschutzmaßnahmen wie die Nutzung erneuerbarer Energien zu einer großer Belastung für die Wirtschaft und zu unkalkulierbaren Risiken für den Unternehmensstandort Deutschland führen. Das Gegenteil sei jedoch der Fall, so die übereinstimmende Meinung der Unternehmensverbände. Sie weisen dabei darauf hin, dass der Umsatz mit erneuerbaren Energien im letzten Jahr bei 12,6 Milliarden Mark lag. 120 000 Arbeitsplätze habe das Geschäft mit Sonne, Wind, Wasser und Biomasse hierzulande bereits geschaffen. Auch weltweit stellen erneuerbare Energien einen Zukunftsmarkt mit hohen Zuwachsraten dar. Deutschland hat sich nach Angaben des BEE in den letzten Jahren eine technologische Vorreiterrolle im Bereich der erneuerbaren Energien erkämpft. Die damit verbundenen Exportchancen stünden jedoch auf dem Spiel, wenn ihre Bedeutung im eigenen Lande weiter verkannt werde, meint BEE -Präsident Johannes Lackmann. UVS-Geschäftsführer Carsten Körnig ist sich sicher: "Bereits heute überwiegt der volkswirtschaftliche Nutzen der erneuerbaren Energien in Relation zu vergleichsweise geringen Markteinführungskosten." Allein im Bereich Windenergie wird in den nächsten Jahren eine Verdreifachung der zur Zeit installierten Leistung erwartet. Die Solarbranche rechnet für viele Jahre mit jährlich zweistelligen Zuwachsraten.

Scharfe Kritik üben BEE und UVS am Energiebericht des Bundeswirtschaftsministers. Die Kostenangaben zur Markteinführung alternativer Energien seien falsch. Für die Stromerzeugung seien bislang Mehrkosten von lediglich 0,30 Pfennig pro Kilowattstunde entstanden. Auch zukünftig würden Belastungen für Wirtschaft und Verbraucher nach Berechnungen des renommierten Aachener Büros für Energiewirtschaft und Technische Planung GmbH (BET) gering bleiben. So entstehen für 2010 aufgrund der Förderung durch das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) Kosten von 0,38 Pfennig pro Kilowattstunde, wenn erneuerbare Energien einen Anteil von zwölf Prozent an der Stromproduktion besitzen.

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