Störmanöver

BEE und BWE: Subventionsvorwürfe gegen Ökostrom unbegründet

Vor dem Hintergrund der anstehenden Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) appelliert der BEE an die Politiker, Störmanöver gegen die erneuerbaren Energien und deren Förderung sofort einzustellen. Das EEG ist nach Auskunft des BEE weltweit das effizienteste Förderinstrument für umweltfreundlichen Strom.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Die gegenwärtige Kritik einiger Spitzenpolitiker der CDU und SPD an der Förderung von Ökostrom wie zum Beispiel der Windenergie gefährdet nach Einschätzung des Bundesverbandes Erneuerbare Energie (BEE) und des Bundesverbandes WindEnergie (BWE) die Einlösung der Klimaschutzziele und die Schaffung von langfristig über 500 000 Arbeitsplätzen in Deutschland. Vor dem Hintergrund der anstehenden Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) appelliert der BEE deshalb an die Politiker, Störmanöver gegen die erneuerbaren Energien und deren Förderung sofort einzustellen.

Das EEG ist nach Auskunft des BEE weltweit das effizienteste Förderinstrument für umweltfreundlichen Strom. Durch die vom Gesetzgeber gesetzlich garantierte Abnahme von Ökostrom und dessen wirtschaftliche Vergütung konnte der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung auf neun Prozent gesteigert werden. Gleichzeitig wurden infolge erheblicher Anstrengungen der Industrie die Erzeugerpreise für Ökostrom deutlich gesenkt. "Bei der Windkraft konnten die Erzeugerpreise bisher schon um 60 Prozent gesenkt werden", erklärt BWE-Präsident Peter Ahmels. "Auch weiterhin werden die Kosten von Windstrom reduziert – und zwar jährlich um vier Prozent."

Die Kosten von Solarstrom sinken entsprechend der Preisvorgabe im EEG sogar um 7,5 Prozent pro Jahr. Demgegenüber werden die Kosten für konventionelle Energien in den nächsten Jahren deutlich steigen, ebenso die Folgekosten aufgrund zunehmender Klimaschäden, sind die Verbände überzeugt. "Die Schere zwischen den Kosten von Strom aus erneuerbaren Energien und Strom aus Kohle, Gas und Kernkraft geht nicht auseinander, sondern zusammen. Die Mehrkosten von Ökostrom laufen dagegen mittelfristig gegen null", erklärt BEE-Präsident Johannes Lackmann.

Zuletzt hatte sich unter anderem der nordrhein-westfälische CDU-Landeschef Jürgen Rüttgers gegen die Förderung des EEG in der jetzigen Form gewandt. Der Düsseldorfer Politiker warnte davor, dass die Förderung erneuerbarer Energien in einigen Jahren die Höhe der heutigen Steinkohlensubventionen erreichen würde. Johannes Lackmann: "Die durch das EEG ausgelöste Kostensenkung von Ökostrom führt mittelfristig zu einer Entlastung der Verbraucher. Die Gesamtkosten zur Finanzierung erneuerbarer Energien werden bei zwei Milliarden Euro schon bald ihren Scheitelpunkt erreichen. Die deutsche Steinkohle erhielt in den letzten Jahren hingegen rund vier Milliarden Euro im Jahr."

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