Klimaschutz

BDEW begrüßt Abwrackprämie für alte Ölheizungen

Würde alle alten Ölheizungen in Deutschland ausgetauscht, ließen sich erhebliche Mengen an CO2 einsparen, zeigt eine Studie des Energieverbandes BDEW. Sowohl die KfW-Bank als auch die Bafa bieten Fördermöglichkeiten. Aktuell steht aber auch eine Abwrackprämie zur Debatte.

Heizkosten© Wolfgang-S / Fotolia.com

Berlin/Düsseldorf/Rostock - Der Energieverband BDEW sieht bei einem Austausch alter Ölheizungen ein erhebliches CO2-Einsparpotenzial. Hauptgeschäftsführer Stefan Kapferer sagte am Montag in Berlin: "Eine Abwrackprämie für alte Ölheizungen kann klimapolitisch sehr relevant sein." Das Klimakabinett müsse aber die richtigen Anreize setzen. Der Austausch sei bisher sehr kompliziert.

Der Verband hat in einer Studie ermittelt, dass mindestens 2,1 Millionen Gebäude, die derzeit eine Ölheizung nutzen, schnell und unkompliziert an das Gasnetz und weitere 510.000 Gebäude an das Fernwärmenetz angeschlossen werden könnten. Demnach könnten auf diese Weise über 14 Millionen Tonnen CO2 einsparen. Würde man alle Ölheizungen durch moderne Heizungstechnologien ersetzen, ließen sich sogar bis zu 30 Millionen Tonnen CO2 einsparen

Regierung entscheidet im September über Klimaschutzmaßnahmen

Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer hatte in der Debatte um mehr Klimaschutz eine Abwrackprämie für alte Ölheizungen vorgeschlagen. Das Klimakabinett der Bundesregierung will am 20. September über ein Maßnahmenpaket entscheiden, damit Deutschland Klimaziele einhält.

BEE: Alte Ölheizungen nicht durch neue ersetzen

Auch der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) begrüßte den Vorstoß der CDU-Vorsitzenden. BEE-Präsidentin Simone Peter sagte: "Ölheizungen passen nicht in eine moderne, klimafreundliche Wärmeversorgung." Statt neue Öl- und Erdgasheizungen weiter zu fördern, sei aber der vollständige Einsatz erneuerbarer Energien im Wärmesektor voranzubringen.

Erneuerbare Wärmetechnologien seien ausgereift und stünden in breitem Umfang zur Verfügung - von Wärmepumpen über Solarenergie bis zu Holzenergie, Biogas und Geothermie. Peter sagte weiter: "Alte Ölheizungen dürften nicht durch neue ersetzt werden." Der BEE setze sich deshalb für eine steuerliche Förderung für Heizungstechnologien mit CO2-freien Energieträgern ein.

Welche Fördermöglichkeiten gibt es für neue Heizungen?

Den Austausch alter Ölheizungen fördern verschiedene Institutionen. Zu den wichtigsten Anlaufstellen für Privatpersonen gehören die staatliche KfW-Bank und das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa). Während die KfW vor allem Heizsysteme mit fossilen Brennstoffen fördert, unterstützt die Bafa ausschließlich den Umstieg auf erneuerbare Energien, erklärt Reinhard Loch von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Sein Rat an alle, die mit dem Gedanken spielen, eine Heizung auszutauschen: "Es ist unentbehrlich, sich vorher über Fördermöglichkeiten und die genauen Bedingungen zu informieren." Denn diese unterscheiden sich je nach Programm. Die Anträge müssen Haushalte immer vor Baubeginn stellen. Bei der KfW-Förderung ist dies in der Regel über die Hausbank möglich, beim Bafa direkt und online.

Empfehlung: 15 Jahre alte Ölkessel besser austauschen

Bei Ölkesseln, die älter als 15 Jahre sind, sollten Verbraucher einen Austausch erwägen, empfiehlt Loch. Verfügen sie noch nicht über Brennwerttechnik, sollten sie ersetzt werden. Brenntwerttechnik gilt als effizient, weil sie zusätzlich zur Energie des Brennstoffs die in den Abgasen enthaltene Wärme nutzt. Solche Umbauten fördert die KfW. Sie unterstützt auch kombinierte Heizungsanlagen, zum Beispiel solche, die neben Gas oder Öl auch mit Solarthermie arbeiten.

Zuschüsse der KfW

Die KfW schießt 10 Prozent der Investitionskosten zu, maximal 5.000 Euro. 15 Prozent oder maximal 7.500 Euro sind es dagegen, wenn gleichzeitig ein hydraulischer Abgleich zur Heizungsoptimierung durchgeführt wird. Außerdem können Verbraucher bei der KfW zinsverbilligte Darlehen für den Austausch alter Ölheizungen abschließen, erklärt Arian Freytag von der Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern.

Förderung für den Umstieg auf erneuerbare Energien

Die Bafa fördert dagegen den Wechsel zu Solarenergie, Wärmepumpe oder Biomasse, grenzt Loch ab. Je nach Art der Heizungsanlage gibt es bis zu 20.000 Euro, dazu können Zuschläge für besonders effiziente Anlagen kommen.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie fördert außerdem den Einsatz Erneuerbarer Energien etwa mit Zuschüssen für Biomasseanlagen, so Freytag. Für den Einbau eines Pelletkessels mit Wärmespeicher bekommen Hauseigentümer zum Beispiel rund 3.500 Euro.

Teilweise bieten auch die Bundesländer und Kommunen Förderungen an. Die Beratungsgesellschaft "CO2online" bietet auf ihrer Internetseite einen Überblick. Staatliche Fördergelder gibt es außerdem für die Modernisierung und Optimierung alter Ölheizungen.

Quelle: DPA

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