Mehr Transparenz

Banken müssen jährlich über Kontogebühren informieren

Wie hoch die Kontogebühren sind, ist oft nicht auf einen Blick zu erkennen. Das soll sich ändern: Ab November müssen Banken ihre Kunden einmal pro Jahr informieren. Konditionen für Konten sollen besser vergleichbar werden.

Kontoführung© M. Schuppich / Fotolia.com

Frankfurt/Berlin - Was kostet mein Girokonto einschließlich aller Gebühren? Von November an müssen Kreditinstitute ihre Kunden einmal im Jahr über die Gesamtkosten informieren. Dazu zählen beispielsweise auch die Zinsen für den Dispositionskredit oder mögliche Entgelte für Überweisungen in Papierform. Bislang mussten sich Verbraucher die Informationen meist mühsam auf dem Kontoauszug zusammensuchen.

Kostenübersicht vor Kontoeröffnung

Um Verbrauchern den Vergleich der Girokonto-Entgelte zu erleichtern, müssen die Kredithäuser vor Abschluss des Vertrages zur Kontoeröffnung zudem eine Kostenübersicht erstellen. Dabei müssen sich die Institute an bestimmte Begriffe halten, die von der Finanzaufsicht Bafin festgelegt wurden.

Gratiskonten sind nicht mehr die Regel

Viele Kreditinstitute erhöhen in der Zinsflaute die Gebühren. Lange verdienten die Finanzhäuser gut daran, dass sie mehr Zinsen für Kredite kassierten, als sie Sparkunden zahlten. Doch die Differenz aus beidem, der Zinsüberschuss, schrumpft in Zeiten der Niedrigzinsen. Hatten Banken und einige Sparkassen Gratiskonten früher gezielt zur Kundenwerbung eingesetzt, zwingen auch höhere Kosten und teure Filialen die Geldhäuser zum Umdenken.

Nach Einschätzung von Deutsche-Bank-Vorstand Frank Strauß normalisiert sich der deutsche Markt, "überall führen Banken - auch die Direktbanken - Gebühren für Girokonten ein". Es sei "vollkommen richtig", für Dienstleistungen im Bankgeschäft Geld zu verlangen, sagte der Privatkunden-Vorstand und langjährige Postbank-Chef jüngst der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". "Sie gehen ja auch nicht zum Friseur und sagen: Ich bezahle nichts."

Quelle: DPA

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