Finanzaufsicht

Bafin verzeichnet viele Beschwerden über Versicherungen

Tausende haben sich 2017 bei der Finanzaufsicht Bafin über ihre Versicherung beschwert. Häufig ging es dabei um verspätete oder zu niedrige Zahlungen. Bei welchen Versicherungsarten gibt es die meisten Konflikte?

Versicherungsvergleich© h_lunke / Fotolia.com

Berlin/Frankfurt - Für Ärger sorgten aus Sicht der Kunden insbesondere Verzögerungen bei der Prüfung des Falls oder die Höhe der Versicherungsleistung, wie die Bafin mitteilte. Nach Daten, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen, bearbeitete die Aufsicht bis Ende September insgesamt 5.708 Beschwerden abschließend. Im Gesamtjahr 2016 waren es 7.985 Fälle.

Zahlt die Versicherung oder nicht?

Ärger gab es immer wieder auch bei der Frage, ob für einen bestimmten Schaden im Rahmen des Vertrages Versicherungsschutz besteht oder nicht. Weitere Beschwerden betrafen zum Beispiel Kündigungen, Beitrags- oder Vertragsänderungen. Am häufigsten gab es wie im Vorjahr Konflikte mit Lebensversicherungen (1.383 Fälle bis Ende September), KfZ-Versicherungen (1.179) und Krankenversicherungen (1.123).

Von einem förmlichen Verwaltungsverfahren musste die Bafin nach eigenen Angaben jedoch keinen Gebrauch machen. Die Assekuranzen hätten von sich aus ihr Vorgehen korrigiert, nachdem die Bafin sie dazu aufgefordert habe.

Banken ebenfalls Gegenstand vieler Beschwerden

Steigende Gebühren, die Einführung neuer Entgelte oder Filialschließungen: Auch Tausende Bankkunden haben sich in diesem Jahr bei der Finanzaufsicht Bafin über ihr Kreditinstitut beklagt. Nach Daten der Behörde wurden bis Ende September 4.468 Beschwerden und Anfragen registriert. Die Aufsicht rechnet damit, dass die Zahl in diesem Jahr insgesamt etwas über dem Vorjahreswert von 5.162 Beschwerden liegen wird. Konkrete Gründe für den Anstieg seien nicht erkennbar. Gewisse Schwankungen seien jedoch üblich, erklärte die Bafin.

Quelle: DPA

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