Verbraucher

Auswirkungen der Mobilfunker-Fusion unklar

Wenn o2 und E-Plus fusionieren, kämpfen nur noch drei Netzbetreiber um Kunden statt vier. Welche Auswirkungen das auf die Verbraucher haben wird, ist unklar. Es könnten sich Chancen, aber auch Risiken ergeben.

Zusammenschluss O2 e-plus© Telefónica Germany GmbH & Co. OHG / Montage: i12 GmbH

Berlin (dpa/red) - Die Liste der Mobilfunk-Anbieter in Deutschland erscheint auf den ersten Blick endlos, doch diese Vielfalt täuscht. In Deutschland funken tatsächlich nur vier Netze der Betreiber Deutsche Telekom, Vodafone, E-Plus und Telefónica (o2).

Künftig könnten es dann nur noch drei sein, denn o2 (www.o2-online.de Bei diesem Link handelt es sich um einen Affiliate-Link (Partnerlink), der Nutzer auf Seiten Dritter führt. Wird dort ein Kauf getätigt, erhalten wir unter Umständen eine Provision. Diese Vergütung trägt dazu bei, dass wir unseren Service für Nutzer kostenlos anbieten können. Sie können dieses Produkt natürlich auch woanders kaufen; der Link ist ein Vorschlag und stellt weitere Informationen zur Verfügung. Partnerprogramme haben keinerlei Einfluss auf unsere redaktionelle Berichterstattung, Preise oder Platzierungen in Tarifrechnern.) will den Rivalen E-Plus schlucken und zum größten Mobilfunkprovider in Deutschland aufsteigen. Zumindest bei den Kundenzahlen hätte Telefónica nach einer Übernahme die Nase vorn, beim Umsatz bliebe die Telekom Marktführer.

Welche Auswirkungen hat die Fusion?

Der Milliarden-Deal machte 2013 immer wieder große Schlagzeilen, auch weil es im Hintergrund um noch größere Übernahmeszenarien in der europäischen Telekommunikations-Industrie ging. Die Verbraucher interessiert aber vermutlich weniger die Frage, ob es im Zusammenhang mit der Fusion in Deutschland dem mexikanischen Telekomriesen América Móvil gelingen könnte, in Europa Fuß zu fassen. Sie wollen wissen, welche Auswirkungen die Expansionspläne und Firmenfusionen auf das Angebot der Mobilfunker haben könnte.

Bislang konnte die deutsche Mobilfunk-Landschaft in zwei Kategorien eingeteilt werden: Auf der einen Seite befinden sich die D-Netze Telekom und Vodafone. Sie haben im Zweifelsfall eine bessere Abdeckung als die Konkurrenz, sind dafür aber häufig teurer. Auf der anderen Seite stehen o2 und E-Plus, die bei den Tests der Mobilfunknetze oft die hinteren Plätze belegt haben, jedoch die Kunden mit vielen günstigen Tarifen locken.

Besseres Netz und neue Ideen

Mit einer Fusion von o2 und E-Plus würden die Karten neu verteilt. Gemeinsam könne man ein Hochgeschwindigkeits-Netz mit guter Abdeckung liefern, das jeden Kunden zufriedenstellen werde, sagte eine Sprecherin von Telefónica Deutschland. Auch bei den Preisen würden sich für die Kunden keine Nachteile ergeben. "o2 und E-Plus sind bislang schon als innovativ bekannt." Auch nach einem Zusammengehen werde man neue Ideen umsetzen, von denen die Kunden profitierten.

Wettbewerb könnte nachlassen

Die Monopolkommission warnt dagegen vor der geplanten Fusion der beiden Mobilfunkanbieter. "Wir stehen der Tendenz zu mehr Konzentration auf den Mobilfunkmärkten kritisch gegenüber", sagte der Kommissionsvorsitzende Daniel Zimmer der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Der Markt sollte nicht auf weniger als vier Anbieter verengt werden: "Bei einer derartigen Anbieterkonzentration kann es leichter dazu kommen, dass der Wettbewerb nachlässt."

Endgültige Entscheidung dürfte noch dauern

Auch die EU-Kommission, die den Deal kippen kann, meldete Bedenken an. Die obersten Wettbewerbshüter Europas entschieden, den Fall vertieft bis Mitte Mai zu prüfen. Die Fusion könne den Wettbewerb auf dem Mobilfunk-Markt empfindlich schwächen, erklärte die Kommission. Damit behält Brüssel den Fall in der Hand. Das Bundeskartellamt, das wegen der Bedeutung der Fusion für Deutschland einen Verweisungsantrag gestellt hatte, kommt wohl nicht zum Zuge. Auf jeden Fall dürften noch Monate bis zu einer Entscheidung vergehen.

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Quelle: DPA

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