Entsorgungspakt

Atomausstieg wird für Stromfirmen um 300 Millionen Euro teurer

Die Atomkonzerne müssen für den Atomausstieg im Rahmen des Entsorgungspaktes scheinbar mehr zahlen, als bisher angenommen. Verhandlungskreisen zufolge verteuert sich dabei unter anderem die Suche nach den Endlagern für radioaktive Abfälle.

Ökostrom© ThKatz / Fotolia.com

Berlin - Der Atomausstieg wird für die Stromkonzerne teurer als bisher veranschlagt. Die vier Energieriesen Vattenfall, Eon, RWE und EnBW müssen nun insgesamt 24,4 Milliarden Euro und damit rund 300 Millionen Euro mehr in einen staatlichen Fonds einzahlen, der die Zwischen- und Endlagerung des Atommülls regeln soll. Das bestätigten am Donnerstag Verhandlungskreise in Berlin. Zuvor hatte "Spiegel-Online" darüber berichtet. Das Bundeswirtschaftsministerium teilte dagegen mit, die endgültigen Einzahlungsbeträge stünden noch nicht fest.

Endlager-Suche wird teurer als angenommen

Der Kostenschub ergebe sich aus aktuellen Berechnungen zur Suche atomarer Endlager, hieß es in Verhandlungskreisen. Die Energiekonzerne hätten die Ausgaben für das Endlager Schacht Konrad und die Endlagersuche inklusive Offenhaltung von Gorleben für den Zeitraum von 2015 bis 2016 zunächst auf 581 Millionen Euro geschätzt. Diese Summe durften sie von den zunächst ermittelten Kosten für den Atomfonds abziehen. Tatsächlich beliefen sich diese Kosten aber nur auf 283,1 Millionen Euro. Die Konzerne dürften entsprechend weniger Geld abziehen - und müssten 297,9 Millionen Euro nachschießen.

Summe aus Entsorgungspakt steigt auch wegen der Verzinsung

Der Entsorgungspakt mit den Versorgern sieht vor, dass der Staat den Konzernen die Verantwortung für die Zwischen- und Endlagerung des Atommülls abnimmt. Dafür sollten sie laut "Entsorgungsfondsgesetz" zunächst 23,556 Milliarden Euro samt eines Risikoaufschlags an den staatlichen Fonds überweisen - und zwar zum 1. Juli dieses Jahres.

Diese zunächst vereinbarte Summe bezieht sich aber auf den Stichtag 31. Dezember 2016. Aufgrund der fälligen Verzinsung ergibt sich zum Zahlungsstichtag 1. Juli nach Regierungsangaben wiederum ein rechnerischer Gesamtbetrag von 24,095 Milliarden Euro. Zu diesem Betrag werden nun die rund 300 Millionen Euro addiert. Dem Bundeswirtschaftsministerium zufolge ist die Aktualisierung der Einzahlungsbeträge allerdings noch in Arbeit.

Quelle: DPA

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