870 Jobs auf dem Spiel

Alumiminum-Krisengipfel gescheitert

Die Betreiber der Aluhütten in Stade und Hamburg haben sich auch nicht von Bundeskanzler Schröder und Wirtschaftsminister Clement von ihren Schließungsplänen abbringen lassen. Der Alu-Gipfel im Kanzleramt heute Vormittag gilt damit als gescheitert, das bedeutet das Aus für 870 Beschäftigte.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Der so genannten Aluminium-Krisengipfel, zudem Bundeskanzler Schröder heute ins Bundeskanzleramt gebeten hatte, ist gescheitert. Die Werke in Hamburg und Stade werden wie angekündigt geschlossen, wodurch etwa 870 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz verlieren. "Das Ergebnis ist, dass wir unsere Schließungspläne fortsetzen werden", sagte der Chef des norwegischen Betreibers Norsk Hydro, Eivind Reiten, nach dem rund 90-minütigen Gespräch in Berlin.

An dem Treffen hatten neben Reiten auch Hamburgs Erster Bürgermeister Ole von Beust, die Ministerpräsidenten von Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen, Christian Wulff und Jürgen Rüttgers (alle CDU), sowie Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) teilgenommen. Wulff und Beust zeigten sich enttäuscht über den Ausgang der Gespräche. "Wir waren bereit zu weitreichenden Zugeständnissen", sagte Wulff. Die Risiken, die Norsk Hydro anführte, wären übernommen worden. Doch es gehe hier offenbar um Marktbereinigung. "Ich finde es nicht rational", sagte Beust. "Es war eine beinharte Haltung", fügte er hinzu. Sowohl der Weiterbetrieb als auch ein Verkauf seien hartnäckig und strikt abgelehnt worden.

Ende Oktober waren die Verhandlungen mit der Georgsmarienhütte Holding GmbH (GMH) zur Übernahme des Hamburger Werks gescheitert. Zuvor war bereits die Trimet Gruppe (Essen/Düsseldorf) aus dem Bieterrennen ausgeschieden. Wegen zu hoher Strompreise hatten die drei Gesellschafter Alcoa, Austria Metall Aktiengesellschaft und Norsk Hydro die Schließung zum Jahresende beschlossen. Im Hüttenwerk und der Anodenproduktion sind 450 Beschäftigte davon betroffen. Das Hydro-Aluminiumwerk in Stade mit 420 Mitarbeitern soll bis spätestens Ende 2006 geschlossen werden.

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