Teuer und unflexibel

Altersvorsorge: Verbraucherzentrale kritisiert Fonds-Policen

Die Verbraucherzentrale Hamburg rät von Fonds-Policen als Altersvorsorge ab. Fondsgebundene Verträge seien unflexibel und risikoreich. Man wisse nicht, mit wie viel Geld man am Ende der Laufzeit rechnen könne. Sicher seien nur hohe Kosten.

Rentenversicherung© Monkey Business / Fotolia.com

Hamburg – Als Alternative zur Kapitallebensversicherung oder privaten Rentenversicherung sind sogenannte fondsgebundene Policen nach Ansicht von Verbraucherschützern nicht zu empfehlen. Sie rate vom Abschluss solcher Verträge für die Altersvorsorge ab, weil sie viel kosteten und mit erheblichen Risiken verbunden seien, teilte die Verbraucherzentrale Hamburg am Montag mit.

Fonds-Policen bergen Unsicherheit

Garantiert seien bei den meisten Verträgen nur die hohen Kosten, erklärte Kerstin Becker-Eiselen von der Verbraucherzentrale Hamburg. Anders als bei den klassischen Lebens- und Rentenversicherungen könne der Besitzer einer fondsgebundenen Police am Ende der Vertragslaufzeit nicht mit einer Mindestsumme planen - weder als Einmalzahlung, noch als monatliche Rente.

Garantierte Rückzahlung nur selten Vertragsbestandteil

Vielmehr sei der Kunde den "Berg- und Talfahrten der Aktienmärkte ausgeliefert", erklärte Becker-Eiselen. Ihren Angaben zufolge sehen "nur einige wenige Vertragsmodelle" eine garantierte Rückzahlung der eingezahlten Beträge vor. Diese Garantie ließen sich die Anbieter aber bezahlen.

Geldanlage und Risikoschutz nicht verbinden

Die Verbraucherzentrale Hamburg rate Verbrauchern schon seit Jahren davon ab, eine Kapitallebensversicherung oder eine private Rentenversicherung abzuschließen. Nach Ansicht der Verbraucherexperten sind die Verträge undurchsichtig, weil Geldanlage und Risikoschutz miteinander verbunden werden. Zudem könne bei vorzeitiger Vertragskündigung mehr als die Hälfte des eingezahlten Geldes verloren gehen.

Mangelnde Flexibilität ist nachteilig für Kunden

"Zu diesen Nachteilen kommt bei fondsgebundenen Policen noch das Kursrisiko von Aktien- und Investmentfonds hinzu", erklärte Becker-Eiselen. Da die Verträge nicht flexibel seien, werde dies noch mehr zum Nachteil für den Kunden. "Im Gegensatz zu jemandem, der sein Geld direkt in Wertpapiere investiert hat, kann der Besitzer einer Fonds-Police nicht kurzfristig auf Entwicklungen an den Finanzmärkten reagieren." Außerdem seien die Abschluss- und Vertriebskosten bei fondsgebundenen Policen sogar noch höher als bei den klassischen Verträgen.

Quelle: AFP

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