Atomausstieg

AKW haben Reststrommenge schon zur Hälfte produziert

Der im Atomkonsens vereinbarte Ausstieg aus der Kernenergie ist zu mehr als der Hälfte vollzogen. Die gegenwärtig noch 17 deutschen Atomkraftwerke hätten bereits 53 Prozent der im Atomgesetz festgeschriebenen Reststrommengen produziert, teilte das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) am Donnerstag in Salzgitter mit.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Salzgitter (ddp-nrd/red) - Demnach haben die Reaktoren 1382 Milliarden der ihnen insgesamt zugestandenen 2623 Milliarden Kilowattstunden produziert. Das entspricht einer Reststrommenge von noch rund 1241 Milliarden Kilowattstunden.

Im Jahr 2000 hatten die damalige rot-grüne Bundesregierung und die großen Energiekonzerne den Ausstieg aus der Atomkraft vereinbart. Für jedes Kernkraftwerk wurde eine noch zu erzeugende Reststrommenge festgelegt. Ein genauer Zeitpunkt für die Abschaltung der einzelnen Kraftwerke lässt sich nicht bestimmen, weil ungeplante Stillstände oder Leistungseinschränkungen die Laufzeit verlängern können.

Die Energiewirtschaft, Union und FDP drängen inzwischen auf längere Laufzeiten als damals vereinbart, SPD und Grüne wollen an dem Ausstiegsbeschluss festhalten. Im Atomkonsens war auch ein Moratorium für die Erkundung des Salzstocks Gorleben als Endlagerstätte für Atommüll beschlossen worden, das bis längstens 2010 gilt.

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