Studie

AKW-Abriss soll über 18 Milliarden Euro kosten

Der Rückbau der deutschen Atomkraftwerke wird für die Betreiber einer Studie zufolge teuer. Die Energiekonzerne Eon, RWE, EnBW und Vattenfall müssten mit Kosten von mindestens 18 Milliarden Euro rechnen, bis die vom Atomausstieg betroffenen Atomkraftwerke abgerissen und entsorgt sind.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Düsseldorf (afp/red) - Das berichtet das "Handelsblatt" (Mittwochsausgabe) unter Berufung auf eine Studie der Unternehmensberatung Arthur D. Little (ADL). Alleine 150 bis 250 Millionen Euro müssen die Betreiber demnach pro Anlage in den ersten fünf bis sieben Jahren kalkulieren, wenn die Brennelemente abklingen müssen.

Herkulesaufgabe für die Branche

Im Zuge der Energiewende mussten die Betreiber unmittelbar acht Atommeiler stilllegen; in den kommenden elf Jahren sollen die restlichen neun Anlagen folgen. Mit dem Rückbau wartet eine logistische und finanzielle Herausforderung auf die Branche.

Schätzung reicht bis 1,2 Milliarden pro Anlage

Während die Atomkonzerne bisher keine konkreten Zahlen nennen, haben laut "Handelsblatt" die ADL-Experten, die Kernkraftbauer und -betreiber beraten, die Kosten des Rückbaus auf die einzelnen Komponenten und Tätigkeiten heruntergebrochen, und für jedes Kernkraftwerk abgeschätzt, wie viel der Rückbau mindestens kosten dürfte. Die Spanne reicht demnach von 670 Millionen Euro bis 1,2 Milliarden Euro je Anlage.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Rechtsschutz

    Kabinett: Konzerne werden für Atomausstieg entschädigt

    Für den beschleunigten Atomausstieg erhalten die Betreiber von Atomkraftwerken eine Entschädigung. Das Bundeskabinett segnete den Entwurf zur Änderung des Atomgesetzes ab. Die genaue Summe wird aber erst 2023 ermittelt.

  • Strompreis

    Umlagen und Handelspreise sinken: Strom bleibt teuer

    Strom ist in Deutschland im Vergleich zu anderen EU-Ländern teuer. Und daran ändert sich wohl auch im kommenden Jahr nichts, obwohl staatliche Umlagen und die Beschaffungspreise für die Stromhändler sinken.

  • Strompreise

    E.on Ruhrgas droht offenbar die Zerschlagung

    Deutschlands größtem Gasimporteur E.on Ruhrgas droht die Zerschlagung. Der von drastischen Gewinneinbußen durch den Atomausstieg und gesunkene Gaspreise gebeutelte Mutterkonzern E.on sucht Unternehmenskreisen zufolge einen Käufer für das 12.000 Kilometer lange Gastransportnetz.

  • Stromnetz Ausbau

    RWE prüft Klage gegen Brennelementesteuer

    RWE prüft weiter eine Klage gegen die Brennelementesteuer. Der Konzern hat schon in den vergangenen Monaten "keinen Hehl daraus gemacht, dass wir erhebliche rechtliche Zweifel an dieser Steuer haben", so ein Unternehmenssprecher. RWE-Konkurrent E.ON hatte bereits am Dienstag eine Klage gegen die Steuer angekündigt.

  • Hochspannungsleitung

    Die großen Stromkonzerne liefern nur 0,5 Prozent Ökostrom

    Derzeit deckten Eon, RWE, Vattenfall und EnBW zwar 68 Prozent des erzeugten Stroms, lieferten aber nur 0,5 Prozent des Stroms aus Wind- und Sonnenkraft, teilte Greenpeace am Dienstag in Berlin bei der Vorstellung einer Studie zum Ökostrom-Engagement der vier Unternehmen mit.

Top