Positionierung

ADAC boykottiert Elektromobilitäts-Gipfel

Der ADAC will nicht an einem Treffen zur Gründung der Nationalen Plattform für Elektromobilität teilnehmen. ADAC-Präsident Meyer zufolge würden bei dem Treffen die Interessen der Verbraucher vernachlässigt. Bei den Arbeitsgruppen, die sich im Anschluss an den Gipfel formieren, wolle der ADAC aber teilnehmen.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

München (afp/red) - ADAC-Präsident Peter Meyer habe seine Teilnahme an der Veranstaltung abgesagt, da bei dem Treffen am kommenden Montag in Berlin die Interessen der Verbraucher "entschieden zu wenig berücksichtigt", würden, teilte der Autofahrerverband am Dienstag in München mit. In einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) begründet Meyer die Absage demnach damit, dass fast ausschließlich Vertreter der Industrie, der Wissenschaft und der Politik über die Mobilität der Zukunft diskutierten. Die Verbraucherseite dagegen sei deutlich unterrepräsentiert.

Merkel will am 3. Mai bei einem Treffen mit Vertretern aus Industrie, Wissenschaft und Politik die Nationale Plattform Elektromobilität starten. Finanziell fördern will die Regierung vorerst Forschung und Entwicklung. Zur Zeit fahren in Deutschland laut Kraftfahrzeugbundesamt knapp 1600 Elektroautos, die Bundesregierung will bis 2020 eine Million auf die Straße bringen.

Im Anschluss an die Gründungsveranstaltung wird die Nationale Plattform Elektromobilität im Rahmen verschiedener Arbeitsgruppen das Thema weiter vertiefen. Hieran will sich der ADAC nach eigenen Angaben jedoch wieder beteiligen. Der Verband werde mit seinem Vizepräsidenten für Verkehr, Ulrich Klaus Becker, in einer Arbeitsgruppe vertreten sein, die sich mit den Themen Markteinführung und Rahmenbedingungen beschäftigt.

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