Neue Beschränkungen für DTAG

Ab Dezember freies Call-by-Call auch im Ortsnetz?

Vom 1. Dezember an sollen die Kunden der Deutschen Telekom auch bei Ortsgesprächen die Telefongesellschaft bei jedem Telefonat frei wählen können - was bislang nur bei Ferngesprächen möglich war.

14.02.2002, 11:08 Uhr
Telefontarife© Picture-Factory / Fotolia.com

Dass auch den Telekom-Kunden ab Dezember die freie Anbieter-Wahl bei Ortsgesprächen ermöglicht werden soll, geht aus einem Referentenentwurf des Bundeswirtschaftsministeriums zur Änderung des Telekommunikationsgesetzes hervor, auf den sich die FAZ in ihrer heutigen Ausgabe beruft. Die Bundesregierung will, so der dem Blatt vorliegende Gesetzesentwurf, vor der geplanten Überarbeitung des TKG einzelne Vorschriften an EU-Richtlinien anpassen. So sollen beispielsweise auch die Kosten der Regulierungsbehörde zukünftig durch regelmäßige - dem Umsatz angepasste - Beiträge der Unternehmen aufgebracht werden.

Der Wettbewerb im Ortsnetz ist bisher noch schwach, weshalb der neuen Bestimmung zum Call-by-Call-Verfahren natürlich besondere Bedeutung zukommt. Die europäischen Vorgaben verlangten, dass es jedem Telefonkunden bei jedem Anruf möglich sein soll, den Netzbetreiber auszuwählen, so laut FAZ die Begründung im Gesetzentwurf. So könnten die Verbraucher künftig auch Ortsgespräche über alternative Anbieter führen.

Besonders interessant ist, dass mit der Gesetzesänderung zugleich die Verpflichtung, die freie Auswahl der Telefongesellschaft zu ermöglichen, auf marktbeherrschende Betreiber öffentlicher Netze - sprich, die Deutsche Telekom - beschränkt wird. Bisher gilt diese Verpflichtung für alle Netzbetreiber, so auch für regionale Telefongesellschaften, die Komplettanschlüsse für Kunden eingerichtet haben. Gründe für diese Einschränkung werden nicht genannt, ebenso wenig wie Reaktionen der DTAG darauf. Der Mobilfunk wird in dem Entwurf von der freien Wahl des Netzbetreibers ausdrücklich ausgenommen.

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