Anhebung

Ab 1. Juli: Rente wird stark angehoben

Ab 1. Juli wird die Rente in Deutschland so stark angehoben wie zuletzt im Jahre 1977. Gleichzeitig wird damit die Standardrente im Osten und im Westen weiter angeglichen. Die Renten sind aber weiterhin unterschiedlich hoch.

RenteDie Rente steigt im Westen um 4,25 und im Osten um 5,95 Prozent.© Monkey Business / Fotolia.com

Berlin - Die Renten in Deutschland steigen an diesem Freitag so stark wie seit 23 Jahren nicht mehr. Zum Monatswechsel erhalten die Rentner im Westen um 4,25 Prozent höhere Bezüge. Im Osten des Landes steigt die Rente sogar um 5,95 Prozent.

Der Hauptgrund der Rentenerhöhung sind die gute Beschäftigungslage und die daraus resultierenden sprudelnden Einnahmen der Rentenkasse. Aber auch weitere Faktoren spielen eine Rolle, darunter ein einmaliger statistischer Effekt.

Abstand zwischen Ost und West verringert sich

Der Vorstandsvorsitzende der Rentenversicherung, Alexander Gunkel, sagte der Deutschen Presse-Agentur, die Standardrente im Osten werde mit dieser Rentenanpassung gegenüber der Standardrente im Westen weiter aufholen. Der Abstand reduziere sich von 7,4 Prozent im zweiten Halbjahr 2015 auf 5,9 Prozent im zweiten Halbjahr 2016.

Unterschiede bei der Rente bleiben

Eine völlige Angleichung sei damit aber nicht erreicht, sagte Gunkel. Die Anhebung des Rentenwerts im Osten auf den aktuellen Rentenwert im Westen entspräche einem jährlichen Volumen von knapp 3,5 Milliarden Euro, sagte er. Die Ausgaben für die Krankenversicherung der Rentner seien hierbei berücksichtigt. Das Bundessozialministerium will bald einen Bericht über die Angleichung von Ost- und Westrenten vorlegen.

VdK: Korrektur der Rentenpolitik bleibt notwendig

Der Sozialverband VdK Deutschland forderte eine Korrektur der Rentenpolitik. "Über den unübersehbaren Trend zur Altersarmut kann auch die große Erhöhung nicht hinwegtäuschen", sagte VdK-Präsidentin Ulrike Mascher der Deutschen Presse-Agentur. "Es muss sichergestellt werden, dass die gesetzliche Rente nach langjähriger vollzeitnaher Erwerbstätigkeit deutlich über dem Grundsicherungsniveau liegt", forderte Mascher. Wichtig sei zudem, dass die Rentenabschläge von maximal 10,8 Prozent für Erwerbsminderungsrentner abgeschafft werden. Viele von ihnen hätten zu wenig zum Leben.

Quelle: DPA

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