Preissteigerungen

425.000 Passagiere zahlen für Piloten-Streik

Die Piloten der Lufthansa streiken, weshalb rund 3.800 Flüge gestrichen wurden.

Flugzeug© spooh / iStockphoto.com

Die Piloten der Lufthansa streiken, weshalb rund 3.800 Flüge gestrichen wurden. Dieser Nachricht konnte man in den vergangenen Tagen kaum entgehen. Daneben gibt es aber auch noch eine andere Zahl, die von großer Bedeutung ist: Was passiert mit den 425.000 Menschen, die zu einem Geschäftstermin, ihrem Liebsten oder ihrer Familie reisen wollten?

Piloten-Streik trifft 425.000 Passagiere

Zunächst einmal scheint es fast aussichtslos, über die Service-Rufnummer jemanden in dieser Situation zu erreichen. Schließlich wollen das in dem Moment auch viele andere der rund 425.000 Betroffenen. Wenn man dann einen der Mitarbeiter an die Strippe bekommt, kann absolut nicht von einer kostenfreien Umbuchung ausgegangen werden – so etwa auch im Beispiel von Jürgen Röder, Online-Redakteur des Handelsblattes. Ohne zusätzlich Kosten wäre in seinem Fall eine Umbuchung nur bei Flügen möglich, die der Lufthansa-Gruppe zugehörig sind, wie Swiss, Austrian Airlines usw., berichtet Röder. Die hätten den Journalisten allerdings nicht an sein Ziel bringen können.

Mehrkosten wegen der Umbuchung

Dem Redakteur wurden schlussendlich rund 700 Euro seiner geleisteten Zahlungen für Hin- und Rückflüge für zwei Personen zurückerstattet. Da die Gesamtkosten in einer Höhe von 1.710 Euro gelegen hätten, war das nicht einmal die Hälfte der zuvor gezahlten Summe. Wie Hin- und Rückreise letztendlich vonstatten gehen würden, wusste Röder einen Tag vor der Abreise auch noch nicht. Und die neuen Flüge mussten dann ja auch noch bezahlt werden. Für diejenigen, die ihre Flugreise trotz Verzögerung antreten wollen, kann es folglich zu erheblichen Mehrkosten kommen.

Rechte der Fluggäste

Einen Anspruch auf Entschädigung hat man als Flugreisender leider im Fall eines Streiks nicht. Der Bundesgerichtshof hat beschlossen, dass im Fall eines Streiks ein außergewöhnlicher Umstand vorliegt, berichtet heute.de. Zumindest aber könne man den Flug stornieren und erhalte dann sein Geld zurück. Zudem besteht das Recht auf Betreuung. Bei einem Flug von 1.500 Kilometern haben Fluggäste bei zweistündiger Verspätung das Recht auf eine Versorgung mit Lebensmitteln und Getränken. Bei Flügen ab 3.500 Kilometern ist die Fluggesellschaft erst nach vier Stunden dazu verpflichtet. Wird der Flug über Nacht verschoben, müssen die Übernachtungskosten erstattet werden. Die Fluggesellschaft muss aber auch alles dafür tun, Gestrandete weiter zu befördern.

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