Historischer Vertrag

30 Prozent Rabatt für Ukraine: Beispielloses Gas-Abkommen

Russland räumt der Ukraine bei Erdgaslieferungen einen Preisnachlass von 30 Prozent ein. Das kündigte der russische Präsident Dmitri Medwedew am Mittwoch nach einem Treffen mit seinem ukrainischen Kollegen Viktor Janukowitsch in der ostukrainischen Stadt Charkiw an.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Charkiw (afp/red) - Gleichzeitig einigten sich beide Länder auf eine Verlängerung des 2017 ablaufenden Pachtvertrags für den auf der ukrainischen Krim-Halbinsel gelegenen Stützpunkt der russischen Schwarzmeerflotte. Der Nachlass beim Gaspreis werde zum Teil mit der Pacht für den Schwarzmeerhafen Sewastopol verrechnet, sagte Medwedew. Janukowitsch bezeichnete die Gas-Vereinbarung als "beispiellos".

Moskau und Kiew hatten 1997 einen 20-jährigen Pachtvertrag für die ehemalige Sowjet-Basis in Sewastopol ausgehandelt. Die Frist soll nun um 25 Jahre verlängert werden. Unklar blieb aber zunächst, ob diese Verlängerung von diesem Jahr oder erst von 2017 an gelten sollte.

Streit über den Preis für russisches Gas und die Bezahlung der Lieferungen hatten in der Vergangenheit wiederholt zu einem Stopp der russischen Gaslieferungen an die Ukraine geführt. Davon ist indirekt auch Mittel- und Westeuropa betroffen: 25 Prozent des in der EU verbrauchten Erdgases kommen aus Russland, vier Fünftel davon fließen durch Leitungen auf ukrainischem Gebiet. Anfang 2009 waren die Gaslieferungen von Russland nach Europa wegen eines Streits zwischen Moskau und Kiew für zwei Wochen unterbrochen.

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