Fertighaus vs. Massivhaus: Stein auf Stein oder Baukasten?

Möchte man sein eigenes Haus bauen, steht man nicht selten vor der Entscheidung, ob es Stein-auf-Stein gesetzt werden soll oder ob man nicht doch zum einfacheren Baukastenprinzip greift. Lesen Sie hier über die Vor- und Nachteile von Fertig- und Massivhäusern.

Die Planungsphase

Schon bei der Planung gibt es grundlegende Unterschiede zwischen Fertig- und Massivhaus. Bei einem Massivhaus sind eigene Planungen und Wünsche mit Hilfe des Architekten nahezu uneingeschränkt möglich. Zwar gibt es Bauzeichnungen und Visualisierungen – wie das Gebäude am Ende jedoch in der Realität aussehen wird, ist häufig aufgrund seiner Einmaligkeit eine kleine Überraschung. Fertighäuser hingegen sind standardisiert, sodass der Bauherr eine eingeschränkte Planungs- und Materialfreiheit hat. Individuelle Bausätze sind zwar möglich, bedeuten jedoch häufig einen saftigen Aufpreis. Auch schon vor dem Einzug kann man Musterhäuser besichtigen und weiß schon vor Baubeginn ganz genau, wo welche Steckdose sein wird. Preislich liegt das Fertighaus häufig unter dem Massivhaus – schlicht, weil Serienfertigung günstiger in der Produktion ist.

Während des Hausbaus

RichtfestBei der Hausbauweise wird vor allem zwischen der Massiv- und Fertigbauweise unterschieden.

Ist alles geplant, setzen sich die Unterschiede in der Bauphase fort: Ein Massivhaus wird Stein-auf-Stein vor Ort hochgezogen, die Bauzeit ist einsprechend lang und es müssen Trockenzeiten von Mörtel und anderem eingehalten werden. Bis ein Massivhaus steht, rechnet man etwa mit einem Dreivierteljahr. Dabei kann der Bauherr sein eigenes handwerkliches Können problemlos einbringen und verschiedene Fachfirmen frei wählen.

Viel schneller geht der Bau mit vorgefertigten Bauelementen des Fertighauses. Dieses wird innerhalb weniger Tage nach dem Baukastenprinzip von einer einzigen Firma zusammengesetzt und ist schnell bezugsfertig.

Nach dem Bau

Ist das Haus fertig, enden die Unterschiede zwischen Fertig- und Massivhaus nicht. Bei einem Massivhaus zeigt sich erst jetzt, ob bei der Planung alles gestimmt hat: Wurden beispielsweise die Heizkörper und die Lüftungsanlage korrekt berechnet? In einem Fertighaus ist diese Technik bereits erprobt und man sollte sich sicher sein können, dass alles genau aufeinander abgestimmt ist.

Grundsätzlich gilt die Massivbauweise als solider, sprich unempfindlicher gegenüber externen Schäden wie Wasser, Ungeziefer oder Bränden. Auch die Dämmung, der Schallschutz und das Raumklima sollen grundsätzlich besser sein als bei einem Fertighaus.

Daher geht man bei einem Massivhaus auch von einer längeren Nutzungsdauer aus. Über den Daumen veranschlagt man für ein Massivhaus ca. 100 Jahre Nutzung, für ein Fertighaus hingegen nur 60 – 90 Jahre. Das zeigt sich auch im Wiederverkaufswert des Hauses. Massivhäuser bringen in der Regel mehr.

Vor- und Nachteile von Fertighaus und Massivhaus im Überblick

  Massivhaus Fertighaus
Planung Eigene Planungen und Wünsche umsetzbar Schlüsselfertig, häufig standardisiert, eingeschränkte Planungs-/ Materialfreiheit
Bauweise Stein-auf-Stein Bauweise vor Ort Vorgefertigte Bauelemente, Baukastenprinzip
Bauzeit Längere Bauzeit, lange Trocknungszeiten (ca. dreiviertel Jahr) Sehr kurze Zeit bis einzugsfertig (wenige Wochen)
Individualisierung und Preis Eigenleistung möglich, Fachfirmen frei wählbar, teilweise teurer Häufig recht günstig durch Reihenanfertigung, meist durch eine Firma bis zur Schlüsselreife gebaut
Haustechnik Restrisiko Haustechnik/Berechnung, Endergebnis individuell Abgestimmte und erprobte Haustechnik, Vorabbesichtigung möglich
Nutzungsdauer Nutzungsdauer ca. 100 Jahre Nutzungsdauer ca. 60-90 Jahre
Wiederverkaufswert öherer Wiederverkaufswert Niedrigerer Wiederverkaufswert
Weitere Fakten Bessere Dämmung, Schallschutz, Brandschutz, Raumklima, Robust gegenüber externen Schäden (z.B. Wasser, Ungeziefer …)  

Fertighaus oder Massivhaus – Was ist denn nun besser?

Pauschal kann man somit nicht beantworten, ob nun dem Fertighaus oder der massiven Bauweise der Vorzug zu geben ist. Hier kommt es darauf an, was der Bauherr wünscht: Individualität und Eigenleistung oder kostengünstig und schnell fertig?

Vorteile des Massivhauses sind eine große Planungsfreiheit sowie die Möglichkeit, sein eigenes Können einzubringen und eine solide Bauweise, mit der eine gewisse Wertigkeit assoziiert wird. Das Fertighaus hingegen ist sehr schnell bezugsfertig und lässt sich bereits vor Bau im Musterpark besichtigen. Das häufig kostengünstigere Haus ist in der Praxis zudem meist bereits erprobt und man kann davon ausgehen, dass alles gut aufeinander abgestimmt ist.

Mehr zum Thema Hausbau
  • Hauskauf

    Immobilienkauf mit Makler: Worauf sollte man achten?

    Beim Immobilienkauf kann einem ein Makler sehr viel Arbeit abnehmen und einen vor einem Fehlkauf bewahren. Viele schrecken vor den Kosten zurück, die durch einen Immobilienmakler entstehen können. Worauf sollte man achten und welche Fragen sollte man unbedingt stellen?

  • LAN-Verbindung

    LTE, DSL und Kabelinternet im Vergleich

    Wer nicht nur Mails abrufen oder Messages auf Facebook posten möchte, der braucht heutzutage oft Datenraten ab sechs Mbit/s aufwärts. Die bekommt man über Zugänge wie DSL, Kabel oder Mobilfunk, sprich LTE. Doch worin unterscheiden sich die jeweiligen Standards und für wen ist welcher Zugang am besten geeignet?

  • Lichterkette

    Die 10 größten Energiefresser in der Weihnachtszeit

    An Weihnachten und in der Adventszeit wird deutlich mehr Energie verbraucht als an einem durchschnittlichen Wintertag. Dabei kann man mit ein wenig Engagement reichlich sparen. Wir zeigen zehn Energiefresser und sagen, wie man diese vermeidet.

Top