Gasverbrauch

Der Gaspreiserhöhung mit einem Anbieterwechsel begegnen

Preiserhöhungen waren in jüngster Zeit kein ganz so großes Thema. Die Gaspreise sind in den letzten Jahren weitgehend stabil geblieben, einige Gasversorger haben 2015 und 2016 die Preise sogar leicht gesenkt. Trotzdem kommt es bei manchen Anbietern auch zu Preiserhöhungen. Wenn solch eine Preiserhöhung ansteht, hat man als Kunde unterschiedliche Möglichkeiten, auf diese zu reagieren. Wir erklären, was für Kunden möglich ist.

    Gaspreiserhöhungen und -senkungen im Wechsel

    Der Strom- und Gasmarkt befand sich lange Zeit in der Hand nur weniger Unternehmen. Verbraucher konnten kaum zwischen verschiedenen Anbietern wählen und mussten mit dem zufrieden sein, was es vor Ort gab. Das ist nun seit einigen Jahren jedoch nicht mehr so. Die Liberalisierung des Gasmarktes wurde 1998 rechtlich umgesetzt. Allerdings taten sich neue Versorger zu Beginn recht schwer, da die etablierten Gasanbieter ihre Kunden in fester Hand hielten – die Gasmonopole blieben bestehen. Erst 2006 kam der Wettbewerb langsam ins Rollen.

    In den nächsten Jahren wechselten sich Gaspreiserhöhungen und -senkungen ab, je nach Wirtschaftslage. Hinzu kam die Abhängigkeit vom Ölpreis, die erst 2010 eingrenzt wurde.

    Insgesamt ist ein Einbruch der Preise im Jahr 2010 zu verzeichnen, gefolgt von erneuten Gaspreiserhöhungen bis 2014. Seitdem geht es wieder abwärts. 2017 liegt der durchschnittliche Preis laut Verivox Verbraucherpreisindex bei 5,80 Cent pro Kilowattstunde und ist damit so günstig wie seit 2006 nicht mehr. Die Gaspreisentwicklung unterliegt also Schwankungen, die mal stärker und mal weniger stark ins Gewicht fallen.

    Nicht zu unterschätzen ist dabei die Rolle der immer wechselfreudigeren Gaskunden: Die Energieversorger müssen sich etwas einfallen lassen, wie sie gegen die Konkurrenz bestehen können – und das klappt sicherlich nicht über eine weitere Gaspreiserhöhung, da die Kunden sonst ein Sonderkündigungsrecht haben.

    Anbieterwechsel erhöht Marktdruck auf Energieversorger

    Eine Reaktion auf eine Gaspreiserhöhung – oder auf das Ausbleiben einer Preissenkung! – kann ein Gasanbieterwechsel sein. Besonders für all diejenigen, die noch beim Grundversorger sind und noch nie gewechselt haben, lohnt sich ein Wechsel. Aber auch alle anderen sollten einen Blick auf die Konkurrenz werfen – das kurbelt den Wettbewerb an, was sich wiederum in günstigen Preisen niederschlagen kann. Ganz einfach geht ein Gasanbietervergleich über unseren Gasvergleichsrechner. Dieser sucht anhand Ihrer Daten passende Tarife aus einer umfangreichen Datenbank heraus und listet die Tarife preislich sortiert auf.

    Gaspreise vergleichen

    Wie kommt es zur Gaspreiserhöhung?

    2016 setzte sich der Gaspreis zu 48 Prozent aus den Gasbeschaffungs- und Vertriebskosten, zu 23 Prozent aus Netzentgelten und zu 29 Prozent aus Steuern und Abgaben zusammen. Aus welchem Grund die Preise erhöht werden, ist unterschiedlich: Der eine Gasanbieter meint, gestiegene Personalkosten umlegen zu müssen, andere Gaspreiserhöhungen sind vielleicht gestiegenen staatlichen Abgaben zuzuschreiben. Bei Preissenkungen ist es oft so, dass diese, anders als eine Gaspreiserhöhung, nicht in vollem Umfang an die Kunden weitergegeben werden. So kommt es, dass Preissenkungsrunden nicht so üppig ausfallen, wie man erwarten könnte. Deswegen ist ein Gaspreisvergleich sinnvoll, um als Verbraucher von niedrigen Gaspreisen wirklich profitieren zu können.

    Das Sonderkündigungsrecht

    Ein Wechsel ist immer zum regulären Vertragsende möglich oder aber, wenn der aktuelle Anbieter die Gaspreise erhöht hat. Dann muss er nämlich ein Sonderkündigungsrecht einräumen. Doch Vorsicht! Die Frist von oft nur 14 Tagen ist schnell verstrichen, sodass schnelles Handeln gefragt ist. Grundsätzlich ist ein Gasanbieterwechsel ganz einfach: Man unterschreibt den Vertrag beim neuen Gasanbieter und mit dem Rest, auch mit der Kündigung beim alten Anbieter, hat man nichts mehr zu tun. Eine unterbrechungsfreie Versorgung ist garantiert. Im Falle des Sonderkündigungsrechtes kann es jedoch sinnvoll sein, den alten Tarif selbst in schriftlicher Form aufzulösen. Das sollte man dann nur dem neuen Gasanbieter auch mitteilen, sodass es nicht zu einer doppelten Kündigung kommt.

    Die Preisgarantie beim Gasvertrag

    Bei der Suche nach einem neuen Gasvertrag kann der Kunde auch darauf achten, ob der Anbieter eine Preisgarantie gibt. Diese schützt für einen gewissen Zeitraum vor einer Gaspreiserhöhung. Allerdings werden Änderungen von Steuern und eventuell neu eingeführte staatliche Abgaben meist von der Preisgarantie ausgeschlossen. Das heißt, der Preis dürfte sich ändern, wenn beispielsweise die Mehrwertsteuer angehoben würde. Werden aber noch weitere Einschränkungen gemacht, etwa bei einer Anpassung der Konzessionsabgabe, sprechen wir von einer eingeschränkten Preisgarantie. Die meisten Gasversorger bieten nur eine eingeschränkte Garantie, die leider gerade solche Bestandteile ausschließt, die für viele Preiserhöhungen verantwortlich sind. Preissenkungen hingegen werden von den Anbietern häufig nicht an den Endkunden weitergegeben. In jedem Fall hat der Kunde aber bei einer Gaspreiserhöhung laut BGH auch dann ein Sonderkündigungsrecht, wenn eine Preisgarantie vereinbart war. Klauseln, die dies ausschließen, wären unwirksam.

    Über steigende und sinkende Gaspreise

    Informationen über seinen neuen Gaspreis erhält man in der Regel einmal jährlich zu Jahresbeginn. Der Mechanismus, der dahinter steckt, ist jedoch bedeutend schnelllebiger: Das benötigte Gas wird vom Gasanbieter zu tagesaktuellen Preisen an der Börse eingekauft – Gaspreiserhöhungen und Gaspreisnachlässe sind hier an der Tagesordnung. Der Gasanbieter muss also vorab gut kalkulieren, welche Preise er bei seinen Kunden veranschlagt. Angebot und Nachfrage geben den Preis am Markt vor: Ist die Nachfrage besonders hoch oder die Ressource Gas knapp, steigen die Preise. Ist die Nachfrage gering oder besonders viel Gas am Markt, fallen die Preise. Auf die Einkaufspreise schlägt der Gasanbieter dann entsprechend noch Vertriebskosten, Netzentgelte und Steuern zu bereits genannten Anteilen auf. Der Spielraum im Preis ergibt sich vor allen Dingen aus cleverem Einkauf und optimierten Vertriebskosten.

    Unser Fazit zur Gaspreiserhöhung

    Die Gaspreise liegen 2017 bei einem Preis von 5,80 Cent pro Kilowattstunde. Dennoch müssen Gaskunden jährlich mit Preiserhöhungen rechnen, da der Preis stark vom Markt und der Preiskalkulation der Energieversorger abhängig ist. Die Gaspreisentwicklung wird nie kontinuierlich sein, sondern es wird immer wieder Schwankungen geben. Deswegen sollte man als Verbraucher offen dafür sein, den Gasversorger regelmäßig zu wechseln, um so Einfluss auf den Gaspreis zu haben. Des Weiteren sollten jene Kunden, die immer noch beim Grundversorger einen Vertrag haben, den Gasversorger oder wenigstens den Tarif wechseln. Oft haben die Grundversorger sehr hohe Preise und können im Vergleich zu anderen Gasanbietern nicht die besten Tarife anbieten. Sonderverträge, die bessere Konditionen als der Basistarif bieten, findet man aber auch hier. Kunden in solchen Verträgen werden übrigens ebenso wie Kunden alternativer Versorger als „Sonderkunden“ bezeichnet. Für diese Verträge gelten die Bestimmungen der Grundversorgungsverordnung nämlich nicht.

    Mehr Informationen zum Thema
    • Gaspreise

      Gasverbrauch für verschiedene Haushaltsgrößen schätzen

      Wer bisher nicht mit Gas geheizt hat, dem fällt es häufig schwer, den eigenen Gasverbrauch zu kalkulieren. Wie viel Gas verbrauche ich übers Jahr tatsächlich? Mittels Durchschnittswerten erfährt man, was einen in etwa erwartet.

      weiter
    • Gasflamme

      Gasgeruch erkennen und richtig reagieren

      Gasgeruch in der Wohnung oder im Haus sollte immer ernst genommen werden. Für den Ernstfall muss man wissen, wie man ausströmendes Gas erkennen kann und wie man in so einem Fall richtig handelt. Das kann unter Umständen Leben retten.

      weiter
    • Umzug

      Den Gasanbieter beim Umzug wechseln

      Ein anstehender Umzug erfordert so einiges an Logistik und Planung. Nicht nur Möbel und persönliche Gegenstände wollen bedacht werden, sondern unter anderem auch der Gasanbieter. Was mit dem Gasanbieter beim Umzug geschieht, lesen Sie hier!

      weiter
    Gastarife vergleichen auf Tarife.de
    Tipps und Ratgeber
    Alle Tarif- und Preisangaben brutto. Trotz sorgfältiger Erstellung wird für die Richtigkeit keine Haftung übernommen. Beachten Sie Preise und AGB der Anbieter. Alle Angaben ohne Gewähr.
    Top