Verkehrsrechtsschutz – wann man gut damit fährt

Verkehrsrechtsschutz ist wichtig! Diese Aussage hört man oft, allgemein verbindlich ist sie aber nicht. Der Verkehrsrechtsschutz zählt zu den Versicherungen, die von nahezu jeder Versicherungsgesellschaft angeboten werden. Die verschiedensten Konstellationen betreffend den Versicherungsschutz sind möglich: mit Selbstbeteiligung und ohne, als selbstständige Versicherung oder gekoppelt mit anderen und vieles mehr. Versicherungen sind hier in den Angeboten rund um den Verkehrsrechtsschutz sehr variabel.

Das ist ein Vorteil, denn so lässt sich der Verkehrsrechtsschutz exakt auf den jeweiligen Versicherungsnehmer anpassen. Leider aber greifen viele auf den Standardschutz zurück und vergessen dabei, für sie persönlich bestehende Risiken mit abzusichern. Wichtig ist deshalb vor dem Abschluss einer Verkehrsrechtsschutzversicherung eine individuelle Bedarfsanalyse.

Welcher Verkehrsrechtsschutz für wen?

Bei den meisten Menschen gehört das Benutzen des Autos oder eines anderen motorisierten Fahrzeugs zum Alltag. Eine Verkehrsrechtsschutzversicherung erscheint daher sinnvoll. Aber auch für nicht motorisierte Verkehrsteilnehmer kann sich ein Verkehrsrechtsschutz lohnen. Fußgänger, Fahrradfahrer und Nutzer öffentlicher Nahverkehrsmittel sind gleichfalls Verkehrsteilnehmer. Bei Durchsetzung ihrer Interessen im Schadenfall oder zur Abwehr von Schadenersatzforderungen greift der Verkehrsrechtsschutz ebenfalls. Allgemein tritt eine Verkehrsrechtsschutzversicherung bei der Abwehr von Forderungen und zur Wahrung der eigenen Interessen im Zuge eines Verkehrsunfalls ein. Das ist allerdings längst nicht alles, was die Leistungen angeht. Je nach gewählter Versicherungen sind weiterhin

  • Führerscheinstreitigkeiten (z. B. Verfahren zur Wiedererteilung der Fahrerlaubnis),
  • Vertragsrechtsstreitigkeiten rund ums Auto (z. B. Streit über eine zu hohe Werkstattrechnung),
  • Finanzgerichtsstreitigkeiten (z. B. Verfahren über eine falsch berechnete Kfz-Steuer) sowie
  • Straf- oder Bußgeldverfahren

abgesichert. Allein die kleine Auswahl der Möglichkeiten macht deutlich, wie wichtig es ist, die gebotenen Leistungen genauestens zu prüfen und einen Verkehrsrechtsschutz passend zum eigenen Bedarf zu wählen.


Deckungssummen, Deckungsumfang und Geltungsbereich beachten!

Neben dem Leistungsumfang fällt ferner den Deckungssummen und dem Geltungsbereich eine enorme Bedeutung zu. Schnell summieren sich die Kosten bei einem Verkehrsunfall bis in den drei- oder vierstelligen Bereich. Dabei geht es nicht um eventuelle Schadensersatz- oder Schmerzensgeldforderungen, sondern lediglich um die Kosten zur Abwehr oder zur Durchsetzung derselben. Die Forderungen selbst werden in der Regel von der in Deutschland vorgeschriebenen Kfz-Haftpflichtversicherung getragen. Davor gilt es jedoch, erst einmal sein Recht durchzusetzen oder unberechtigte Forderungen abzuwehren. Die Kosten dafür sind Sache des Verkehrsrechtsschutzes. Unter anderem werden übernommen:

  • Anwaltskosten,
  • Gerichtskosten,
  • Kosten für Sachverständige und Zeugen bei Vorladung vor Gericht,
  • Kosten für Sachverständigengutachten,
  • Kosten für Zwangsvollstreckungsmaßnahmen.

Aber wie immer gilt: Keine Regel ohne Ausnahme! Nicht jeder Verkehrsrechtsschutz übernimmt alle angegebenen Leistungen. Manche, wie etwa die Übernahme von Kosten für Zwangsvollstreckungsmaßnahmen, sind auf eine gewisse Anzahl von Versuchen begrenzt. Bei wieder anderen Kosten, wie beispielsweise die Kostenübernahme bei Sachverständigengutachten, muss eine gewisse Notwendigkeit gegeben sein. Auch der Geltungsbereich der Versicherung sollte Beachtung finden.

Blechschaden AutoDer Verkehrsrechtsschutz hilft nicht nur bei Streitigkeiten im Zusammenhang mit einem Unfall, sondern auch bei falsch berechneten Steuern oder zu hohen Werkstattrechnungen.© Dan Race / Fotolia.com

Der Verkehrsrechtsschutz im Ausland

Wer mit seinem Fahrzeug ins Ausland fährt, sollte vorher seinen Verkehrsrechtsschutz prüfen. Im Ausland gilt ein anderes Recht als in Deutschland und das ist meistens härter als hierzulande. Ohne einen einheimischen Anwalt geht es in der Regel nicht. Bereits die Aufnahme eines Unfallprotokolls entpuppt sich aufgrund von mangelnden Sprachkenntnissen oft als großes Problem. Ein Übersetzer ist erforderlich. Kommt es zu einem Gerichtsverfahren, müssen Unfallbeteiligte, Übersetzer und Anwalt zum Gericht vor Ort reisen. Eine kostspielige Angelegenheit, die über einen entsprechenden Verkehrsrechtsschutz finanziell abgesichert ist. Zumeist sind Fahrten ins europäische Ausland mitversichert. Bei Reisen ins nichteuropäische Ausland sollte nachgefragt werden, ob und in welchem Umfang Versicherungsschutz besteht. Ausschlaggebend für die Kostenübernahme kann auch sein, ob es sich bei der Fahrt um eine Dienst- oder eine private Urlaubsreise handelt.

Drei Arten von Verkehrsrechtsschutz

Allgemein lässt sich der Verkehrsrechtsschutz in drei Arten einteilen:

  • Fahrzeug-Verkehrsrechtsschutz
  • Fahrer-Verkehrsrechtsschutz
  • Familien-Verkehrsrechtsschutz

Die Unterschiede lassen sich recht gut am Namen erkennen. Der Fahrzeug-Verkehrsrechtsschutz ist an das Fahrzeug gebunden. Er umfasst alle Fahrer, die das versicherte Fahrzeug nutzen. Vorteilhaft ist dieses Versicherungsmodell für Singles oder für Fahrzeuge, die von vielen Fahrern gefahren werden. Der Versicherungsnehmer selbst genießt auch in anderen Situationen als Verkehrsteilnehmer Versicherungsschutz. Beim Fahrer-Verkehrsrechtsschutz gilt der Versicherungsschutz für eine bestimmte Person, ist aber nicht an ein bestimmtes Fahrzeug gebunden. Ist man beruflich viel mit einem Mietwagen unterwegs oder Berufskraftfahrer und außerdem Single, stellt der Fahrer-Verkehrsrechtsschutz eine gute Wahl dar. Der Fahrer-Verkehrsrechtsschutz greift selbstverständlich ebenfalls bei der Teilnahme am Straßenverkehr als Fußgänger, Radfahrer oder bei Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel. Der Familien-Verkehrsrechtsschutz sichert die gesamte Familie im Straßenverkehr ab. Zugleich sind die Familienautos und Nutzer derselben, die nicht zur Familie gehören, versichert.

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