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Wohngeld

Das sogenannte Wohngeld ist eine Form der staatlichen Hilfe für Geringverdiener, die keine sonstigen Sozialleistungen beziehen. Wohngeld wird in Form eines Miet- oder Lastenzuschusses gezahlt. Wer Anspruch darauf hat und wie man Wohngeld beantragt, lesen Sie hier!

Wohngeld als Zuschuss für Geringverdiener

Wohngeld ist als staatliche Hilfe zu verstehen, die geringverdienende Personen beantragen können. Ist man Mieter, wird Wohngeld in Form eines Mietzuschusses gewährt; ist man Hauseigentümer, erhält man einen Lastenzuschuss. Jeder Bürger hat bei entsprechenden Voraussetzungen ein gesetzliches Recht auf diese Unterstützung. Ist Wohngeld korrekt und wahrheitsgemäß beantragt worden, muss es nicht zurückgezahlt werden.

Wohngeld wurde 1965 das erste Mal beschlossen und umgesetzt. Das dafür benötigte Geld kommt zum einen Teil vom Bund und zum anderen Teil vom jeweiligen Land. Während der Jahre wurden die zugehörigen Gesetze immer wieder novelliert und überarbeitet. So trat die letzte Reform beispielsweise zum Jahresbeginn 2016 mit einer Zuwendungserhöhung in Kraft.

Wer hat Anspruch auf Wohngeld?

Wer Anspruch auf Wohngeld hat, hängt von den unterschiedlichsten Faktoren ab. Maßgeblich ist vor allen Dingen das Nettoeinkommen. Dafür gibt es Einkommenshöchstgrenzen, die für einen Einpersonenhaushalt beispielsweise bei etwas über 800 Euro liegen. Bei einem Zweipersonenhaushalt dürfen insgesamt 1140 Euro, bei einem Dreipersonenhaushalt 1390 Euro und bei vier Bewohnern 1830 Euro zusammenkommen. Für diese Angaben wurden bereits alle absetzbaren Kosten mit berücksichtigt. Auch die Miete darf einen gewissen Satz nicht überschreiten, muss also verhältnismäßig sein. So darf die zu zahlende Miete für eine Person nicht über 370 Euro liegen, bei einem Vierpersonenhaushalt steigt der Grenzwert auf bis zu 630 Euro im Monat.

Keinen Anspruch auf Wohngeld haben Empfänger von Sozialleistungen, wie zum Beispiel Arbeitslosengeld, Sozialgeld, Bafög oder Grundsicherung bei Erwerbsminderung. Hier ist ein Zuschuss fürs Wohnen bereits mit eingerechnet.

Wie wird Wohngeld beantragt?

Für die Beantragung von Wohngeld sind eine Reihe von Formularen auszufüllen, die unter anderem die Anzahl der Haushaltsmitglieder, die Höhe des Gesamteinkommens und die Höhe der zu zahlenden Miete abfragen. Die Formulare sind je nach Bundesland unterschiedlich. Die Bearbeitungsdauer bei einem Erstantrag beträgt etwa drei bis sechs Wochen. Beraten lassen und beantragen kann man das Wohngeld bei der jeweils zuständigen Wohngeldbehörde, welche häufig in der Gemeinde-, Stadt-, Amts- oder Kreisverwaltung ansässig ist.

Wie hoch fällt das Wohngeld aus?

Seit Beginn 2016 wird der Anspruch auf Wohngeld individuell errechnet. Die Genehmigung von Wohngeld hängt von der Höhe des Gesamteinkommens (der gesamten Wohngemeinschaft), der Anzahl der Haushaltsmitglieder und der zu zahlenden Miete ab. Grundsätzlich wird Wohngeld nicht rückwirkend gezahlt, sondern erst ab dem Beantragungsmonat jeweils im Voraus.

Was ist zu beachten, wenn man Wohngeld empfängt?

Wer Wohngeld von der zuständigen Behörde bewilligt bekommen hat, bezieht die Unterstützung in der Regel für 12 Monate. Danach läuft sie aus und muss mittels eine Folgeantrages neu beantragt werden. Ergeben sich im Bewilligungszeitraum Änderungen in den Lebensverhältnissen, die zuschussrelevant sind, muss dies gemeldet werden, sodass das Wohngeld angepasst werden kann. Darunter fallen würden etwa Gehalts- oder Mietänderungen mit mehr als 15 Prozent Abweichung von den im Antrag angegebenen Zahlen.

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