Naturstrom© Daniel Etzold / Fotolia.com
Windenergie

Schon seit Jahrhunderten nutzen Menschen die Kraft des Windes für ihre Zwecke – ob zum Mahlstein-Bewegen, zur Fortbewegung oder wie heute zur Stromgewinnung. Das Schöne dabei: Wind gab und wird es immer geben.

Windenergie: Wo Wind zu Strom wird

Windenergie bezieht sich auf die kinetische Energie, die der Wind in sich trägt. Diese Energieform kann sich der Mensch auf verschiedene Weise zunutze machen – zum einen beispielsweise für den Wassersport, besonders aber auch zur Stromerzeugung. Durch die Bewegung der Luftmassen und den dadurch entstehenden Druck, den jeder spüren kann, wenn er sich einmal in kräftigen Wind stellt, werden beispielsweise Rotorblätter angetrieben, oder der Windsurfer auf dem See.

Die Geschichte der Windenenergie

Wind ist eine regenerative Energieform, die sich der Mensch neben dem Wasser am frühesten zu Eigen machte. Bereits im Altertum kannte man die Kraft des Windes und nutzte diese, um Mühlen anzutreiben oder Meere zu überqueren. Besonders Windmühlen waren bis in das 19. Jahrhundert beliebt: Sie wurden nicht nur zum Mahlen von Getreide, sondern auch zum Spinnen, Leder-Walken, Sägen und zur Be- oder Entwässerung eingesetzt.

Ihren Höhepunkt hatten die Mühlen in Deutschland während der industriellen Revolution, danach verloren sie durch fossile Energieträger an Bedeutung. Nachdem man Strom für die eigene Nutzung entdeckt hatte, kam man auch schnell auf die Idee, Windmühlen für dessen Gewinnung zu nutzen. Spätestens jedoch nach der Ölkrise des vergangenen Jahrhunderts forscht und baut man vermehrt an Windkraftanlagen.

So funktionieren Windkraftlagen

Ein Windrad funktioniert nach einem sehr simplen Schema. Die bis zu 80 Meter langen Rotorblätter werden durch die Kraft des Windes angetrieben. Durch das Drehen des Windrades wird ein Generator angetrieben, welcher wiederum den Strom erzeugt. Am Windrad angebracht sind zudem weitere Messelemente, wie zum Beispiel ein Windmesser, durch welchen es möglich ist, das Windrad immer exakt dem Wind nach auszurichten oder bei zu starkem Wind die Räder abzuschalten, um eine Beschädigung zu vermeiden.

Das leistet Windenergie

Windenergie leistet einen nicht zu unterschätzenden Beitrag zu unserem täglichen Strombedarf. So waren im Jahr 2013 insgesamt 34.250 MW Leistung installiert, was im weltweiten Ranking den dritten Platz hinter China und den USA darstellt. Zur gesamten Stromerzeugung trug Windenergie im Jahr 2013 knapp acht Prozent bei.

Das Fraunhofer Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik hat errechnet, dass theoretisch über sechzig Prozent des gesamtdeutschen Energiebedarfes durch Windkraft gedeckt werden könnten, hat dabei allerdings alle für die Windenergie günstige und verfügbare Flächen mit eingerechnet, ohne auf lokale Bedingungen, wie zum Beispiel Beschränkungen durch den Naturschutz, zu achten. In der Realität fällt die Zahl somit deutlich geringer aus.

Windenergie gehört zu den regenerativen Energiequellen und wird somit als Ressource nie knapp werden. Des Weiteren ist die Stromgewinnung aus Wind vergleichsweise umweltfreundlich, da kaum Emissionen zustande kommen. Kritikpunkte gibt es natürlich auch; zu ihnen gehören die Gefährdung von Tieren, etwa Fledermäusen und Vögeln, eine eventuelle Lärmbelästigung und auch der unschöne Anblick der "verspargelten" Landschaft.

Wirtschaftlichkeit der Windenergie

Sucht man günstige Standorte für Windkraftanlagen, so können die Kosten für eine Kilowattstunde auf rund 4,5 Cent absinken, was günstiger als der Strom aus Steinkohle- oder Gaskraftwerken ist. Problematisch sind bei Windkraftanlagen die starken standortbedingten Schwankungen, weswegen die Kilowattstunde an einem schlechten Standort durchaus auch 10,7 Cent kosten kann. Offshore-Anlagen dagegen sind aufgrund hoher Bau- und Instandhaltungskosten deutlich teurer. Allerdings ist auf See auch die potenzielle Ausbeute besonders groß.

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