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Sozialversicherung

In Deutschland ist jeder Arbeitnehmer verpflichtet, in einige Versicherungen einzuzahlen. Die Kranken-, Pflege-, Renten-, Unfall- und Arbeitslosenversicherung gehören dazu; sie werden unter dem Begriff der Sozialversicherung zusammengefasst.

Sozialversicherung: Sicherheit auf breitem Feld

In Deutschland ist das System der sozialen Absicherung gut ausgebaut, sodass jeder Hilfe in den verschiedensten Fällen erwarten darf. Um diese Leistungen genießen zu dürfen, gibt jeder Arbeitnehmer einen gewissen Prozentsatz seines Verdienstes an die Sozialversicherungen ab. In etwa den gleichen Satz zahlt noch einmal der Arbeitgeber für seinen Angestellten an die Versicherungen.

Wer sozialversicherungspflichtig ist, der kann auf eine Krankenversicherung, eine Pflegeversicherung, die Rentenversicherungen, eine Unfallversicherungen und die Arbeitslosenversicherung zurückgreifen.

Krankenversicherung: Arztbesuche für jedermann

Anders als in so manchen Ländern ist eine Krankenversicherung in Deutschland Pflicht. Sie sorgt dafür, dass jeder zum Arzt gehen kann, ohne sich über das Geld Gedanken machen zu müssen. Die Krankenversicherung kommt für die meisten Arztbesuche, Therapien und Medikamente auf.

Wo man krankenversichert ist, kann dabei jeder selbst wählen. Eine Vielzahl an Versicherungsunternehmen bietet gesetzliche Krankenversicherungen mit leicht unterschiedlichen Leistungen an. Ab einem gewissen Jahresverdienst und in bestimmten Berufsgruppen kann oder muss man sich auch gegen die gesetzliche Krankenversicherung entscheiden und sich privat versichern.

Rentenversicherung sorgt für Grundversorgung im Alter

Um im Ruhestand weiterhin einen gewissen Lebensstandard halten zu können, zahlt die Rentenversicherung einen gewissen Betrag an den Versicherten aus. Dieser ist davon abhängig, wie viele Jahre man gearbeitet hat und was man in die Rentenversicherung eingezahlt hat. Viele Arbeitnehmer schließen zusätzlich noch eine private Rentenversicherung ab, da sie zu Recht befürchten, dass die gesetzliche Versicherung in späteren Jahren nicht genügend auszahlt.

Was die anderen Sozialversicherungen abdecken

Über die Sozialversicherungen soll ein gewisser Lebensstandard in Notlagen aufrecht erhalten werden. So greift die gesetzliche Pflegeversicherung dann, wenn man aufgrund von Krankheit auf Pflege angewiesen ist. Die gesetzliche Unfallversicherung springt ein, wenn man aufgrund eines Arbeitsunfalles einer medizinischen Behandlung bedarf. Die Arbeitslosenversicherung wiederum sorgt dafür, dass zuvor berufstätige Arbeitslose für einen gewissen Zeitraum ein Einkommen erhalten, um die Zeit zwischen zwei Jobs zu überbrücken.

Was die Sozialversicherungen kosten

Für jede der Sozialversicherungen zahlt man einen gewissen Prozentsatz seines Gehaltes. Das hat zur Folge, dass jeder ganz individuelle Beiträge zu leisten hat. Der Vielverdiener zahlt mehr, der Wenigverdiener weniger. Die Summe, die man selbst von seinem Gehalt entrichtet, stellt jedoch nur etwa die Hälfte des Gesamtbetrages zu den Sozialversicherungen dar. Die andere Hälfte zahlt der Arbeitgeber.

Im Jahr 2015 zahlte man für die Krankenversicherung insgesamt 14,6 Prozent. Für die Pflegeversicherung fallen 2,35 Prozent, beziehungsweise 2,60 Prozent für Kinderlose über 24 Jahre, an. Die Rentenversicherung schlägt noch einmal mit 18,7 Prozent (bei einer knappschaftlichen Rentenversicherung 24,8 Prozent) zu Buche. Des Weiteren sind 3 Prozent für die Arbeitslosenversicherung zu entrichten. Diese Prozentsätze werden zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer aufgeteilt.

Kosten der Sozialversicherung nach oben gedeckelt

Damit die Beiträge zur Sozialversicherung nicht ins Unermessliche steigen können, hat man die sogenannte Beitragsbemessungsgrenze eingeführt. Diese deckelt ab einem bestimmten Einkommen die Beitragszahlungen. Verdient man jährlich mehr als 72.600 Euro (Westdeutschland) bzw. mehr als 62.400 Euro (Ostdeutschland), steigen die Beiträge für Renten- und Arbeitslosenversicherung nicht weiter an. Für die Kranken- und Pflegeversicherung beträgt die Beitragsbemessungsgrenze bundesweit 49.500 Euro.

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