KFZ-Versicherung© Stefan Redel / Fotolia.com
Regionalklassen

Die Regionalklasse ist neben der Typklasse eine der wichtigsten Kriterien bei der Berechnung der Beiträge zur Kfz-Versicherung. Hier lesen Sie, was man zum Thema "Regionalklasse" wissen sollte.

Die Regionalklasse in der Kfz-Versicherung

Neben der Typklasse des Pkw ist es auch die Regionalklasse, die für die Prämie der Kfz-Versicherung ausschlaggebend ist. Sowohl für die Haftpflicht- als auch für die Kaskoversicherung ist die Einstufung des Fahrzeugs in eine bestimmte Regionalklasse wichtig. Dabei unterscheiden sich die Prämien für ein und denselben Fahrzeugtyp sehr - je nachdem, in welchem Teil Deutschlands der Halter wohnt. Der Fahrzeugtyp spielt für die Einstufung in eine Regionalklasse keine Rolle.

Wie erfolgt die Einordnung in eine Regionalklasse?

Ausschlaggebend für die Einordnung des Fahrzeugs in eine Regionalklasse ist der Wohnort des Fahrzeughalters, wobei hier der Hauptwohnsitz relevant ist. Eventuelle weitere Wohnsitze sind nicht von Belang. Früher einmal wurde die Zuordnung danach vorgenommen, welches amtliche Kennzeichen das betreffende Fahrzeug trägt.

Es gibt feste Indexwerte, die die Regionalklasse festlegen. Die Versicherer orientieren sich an den Indexwerten, müssen diese aber nicht zwingend berücksichtigen: Die Zuordnung eines Autos zu einer Regionalklasse kann daher je nach Versicherer variieren. Relevanter ist auch die Benennung der einzelnen Regionalklassen, denn die verschiedenen Versicherer benennen die niedrigste Regionalklasse teilweise anders. Während die einen mit der "R0" beginnen, fangen die anderen mit der "R1" an. Praktisch hat dies aber keine Auswirkungen.

Für die verschiedenen Zulassungsbezirke ermittelt ein Treuhänder die Indexwerte, woraufhin die Versicherungen die Regionalklassen berechnen. Außerdem gibt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft die neuen Indexwerte heraus.

In der Stadt und auf dem Land

Wichtig für die Festlegung einer Regionalklasse ist zum einen die Beurteilung des Fahrverhaltens der Fahrzeugführer, der Straßenverhältnisse in der betreffenden Region, der Unfallbilanz sowie der Anzahl der zugelassenen Fahrzeuge. Sogar die jeweiligen Witterungsverhältnisse in der Region werden berücksichtigt.

Die regionalen Unterschiede sind sehr groß, wobei ländliche Bereiche meist günstiger eingestuft werden. Dort ist das Verkehrsaufkommen geringer als in der Stadt, wo ein hoher Durchgangsverkehr vorhanden ist, was wiederum für eine schlechtere Unfallbilanz sorgt.

Die Auswirkung von Regionalklassen auf die Versicherung

Die Einstufung in eine bestimmte Regionalklasse hat auch Auswirkungen auf die Höhe der Versicherungsbeiträge. Als Faustregel kann angenommen werden, dass eine niedrige Einstufung in der Regionalklasse auch zu geringeren Beiträgen führt. Dies gilt sowohl für die Haftpflicht- als auch für die Kaskoversicherung. Die Versicherer lassen die Regionalklassen in den meisten Fällen einmal im Jahr prüfen. Wenn bei dieser Überprüfung eine Erhöhung des Beitrags festgelegt wird, kann der Fahrzeughalter von seinem außerordentlichen Kündigungsrecht Gebrauch machen. Erhöht sich der Beitrag nicht, müssen die regulären Kündigungsmodalitäten eingehalten werden.

Regionalklassen für Motorräder

Seit dem 1. Januar 2002 werden auch Motorräder in Regionalklassen eingeteilt, vorher war dies nicht üblich. Allerdings gilt diese Regionalisierung nur für die Haftpflichtversicherung und die Teilkasko, in der Kaskoversicherung ist sie nicht üblich. Das liegt unter anderem daran, dass noch zu wenige statistische Daten vorhanden sind. Grundsätzlich wird der Verlauf der gemeldeten Schäden in den letzten fünf Jahre zugrunde gelegt.

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