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Paydirekt

Paydirekt könnte praktisch das Pendant zu Paypal werden und soll Kunden den Online-Einkauf erleichtern. Was genau steckt hinter dem Bezahldienst?

Paydirekt – Der Online-Bezahldienst der Banken

Berlin - Bis Ende 2015 will der Großteil der deutschen Geldhäuser mit dem Gemeinschaftsprojekt Paydirekt in den Markt für Online-Bezahlungen einsteigen. Damit blasen die Banken zum Angriff auf Marktführer Paypal - für Kunden und Händler könnte sich das neue Angebot lohnen.

Wofür genau steht Paydirekt?

Mit Paydirekt wollen Deutschlands Privatbanken, genossenschaftliche Institute und Sparkassen ihren Kunden die Möglichkeit bieten, direkt über das eigene Konto im Internet einzukaufen. Im Gegensatz zu Paypal handelt es sich bei Paydirekt jedoch nicht um einen Drittanbieter, sondern um eine Zusatzfunktion des Girokontos. Die Bezahlung wird damit direkt über die eigene Bank abgewickelt, die das Konto auf Anfrage des Händlers mit dem Preis der gekauften Produkte belastet.

Welche Banken wollen Paydirekt anbieten?

Nicht alle teilnehmenden Geldhäuser starten das Projekt gleichzeitig: Vorreiter ist die Münchner Hypovereinsbank, die den Dienst Anfang November 2015 freigeschaltet hat. Bis Ende des Jahres wollen etliche Banken es ihr gleichtun und wenn kommendes Jahr auch die Sparkassen nachziehen, soll Paydirekt bei über 90 Prozent aller deutschen Kreditinstitute und damit für mehr als 50 Millionen onlinefähige Konten verfügbar sein.

Dem stehen bislang noch nicht sehr viele Händler gegenüber, bei denen über das System bezahlt werden kann. Allerdings befinden sich die Banken momentan mit verschiedenen Unternehmen in Verhandlungen, die das Angebot bis Mitte 2016 deutlich ausweiten sollen.

Wie können Verbraucher Paydirekt nutzen?

Um das Bezahlsystem nutzen zu können, braucht es zunächst ein onlinefähiges Konto bei der eigenen Bank. Über das Online-Banking der Bank können Kunden sich dann mit einem Benutzernamen und Passwort bei Paydirekt registrieren und den Dienst für ihr Girokonto freischalten. Anschließend können sie bei allen teilnehmenden Online-Händlern durch Eingabe des Benutzernamens und Passworts sofort damit einkaufen. Auf Wunsch und bei besonders großen oder für Betrug anfälligen Einkäufen wird zusätzlich noch eine TAN abgefragt, wie sie auch sonst beim Online-Banking üblich ist.

Wie ist es bei dem Bezahldienst um das Thema Sicherheit bestellt?

Paydirekt wirbt damit, dank bewährter Verschlüsselungstechnik der Banken besonders sicher zu sein. Die Kunden sollen dabei kaum ein größeres Risiko eingehen als beim bisherigen Online-Banking. Informationen über Einkäufe sollen nicht an Dritte weitergegeben werden und ein Käuferschutz garantiert, dass nur verschickte Ware auch in Rechnung gestellt wird. Sollte außerdem der beteiligte Händler insolvent gehen, soll die Bank einspringen und die Kosten erstatten.

Worin liegen die Vorteile gegenüber Paypal?

Hauptargument für Paydirekt ist laut Hypovereinsbank das Vertrauen, das die Kunden in die Sicherheit ihrer Banken haben. Anders als bei Marktführer Paypal aus den USA steht die gesamte Infrastruktur des Bezahlsystems in Deutschland und funktioniert auch nach deutschem Recht. Dadurch, dass kein Drittanbieter zwischengeschaltet ist, ist für Kunden und Händler bei Problemen nur ein einzelner Ansprechpartner nötig.

Gibt es auch Nachteile?

Kunden müssen gegenüber dem Marktführer Paypal noch einige Einschränkungen hinnehmen: Paydirekt will sich zunächst auf den deutschen Markt konzentrieren. Einkäufe bei ausländischen Unternehmen sind daher vorerst nicht möglich. Und auch über die Smartphone-App von Paydirekt wird fürs Erste kein Bezahlen möglich sein - bei Paypal hingegen findet rund ein Viertel aller Bezahlvorgänge auf Mobilgeräten statt.

Quelle: AFP

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