Hochspannungsleitungen© JWS / Fotolia.com
Netznutzungsentgelt

Strom und Gas kommen über Kabel und Leitungen in unser Haus – in diese mietet sich der Stromanbieter für die Durchleitung ein. Dafür zahlt er dem Netzbetreiber ein Netznutzungsentgelt; die Kosten hierfür werden auf den Strompreis für den Endkunden aufgeschlagen.

Netznutzungsentgelt: Was steckt dahinter?

Wo Strom produziert wird, befindet sich selten auch der Stromabnehmer: Die Energie muss erst über ein umfangreiches Kabelnetzwerk zum Abnehmer gelangen. Zudem müssen neue Kabel verlegt werden, alte instand gehalten oder ausgetauscht werden. So entstehen dem jeweiligen Netzbetreiber Kosten, die er auf seine Kunden umlegt, welche die Netzinfrastruktur zur Durchleitung von Energie nutzen.

Die Lieferanten zahlen dem Netzbetreiber eine gewisse Gebühr, das Netznutzungsentgelt, die letztendlich wieder auf die Stromkosten der Endkunden umgelegt wird.

Was uns die Netznutzungsentgelte kosten

Die Netznutzungsentgelte machen mehr als ein Fünftel unserer Stromkosten aus, um genau zu sein im Jahr 2014 rund 22 Prozent. Wie viel genau man zahlt, variiert. Jeder Netzbetreiber errechnet anhand seiner laufenden Kosten für das Strom- und Gasnetz das Netznutzungsentgelt und muss es anschließend von der Bundesnetzagentur genehmigen lassen.

Durch die Vorschaltung der Bundesnetzagentur soll verhindert werden, dass die Gebühren für die Netznutzung zu hoch werden. Eine vorgegebene Obergrenze darf von den Stromanbietern nicht überschritten werden. So soll ein fairer Markt gewährleistet und der Einstieg für neue Stromanbieter erleichtert werden.

Das bezahlt man mit dem Netznutzungsentgelt

Mit dem Netznutzungsentgelt trägt man seinen Teil an allen Kosten, die rund um die Instandhaltung, Erneuerung und den Ausbau der Strom- und Gasnetze anfallen. Ebenfalls im Netznutzungsentgelt enthalten sind die sogenannten Umspannungskosten, welche entstehen, wenn Strom in eine andere Spannungsebene wie zuvor weitergegeben werden soll. Ein weiterer Punkt, der einen Teil der Netznutzungsentgelte ausmacht, sind die Jahresnetzkosten, welche ein Strom- oder Gasanbieter ohne eigenes Netz dem Netzbetreiber zahlt.

Ausnahmen bei stromintensiven Firmen

Wie es auch schon von der EEG-Umlage bekannt ist, so ist es möglich, dass stromintensive Unternehmen von den Netznutzungsentgelten ausgenommen werden: Nachlässe bei den Entgelten gibt es für Unternehmen, die zu Zeiten Strom verbrauchen, zu welchen die Stromnetze nicht ausgelastet sind, also beispielsweise nachts.

Eine komplette Befreiung von den Entgelten ist für Unternehmen möglich, die verteilt über mindestens 7.000 Stunden im Jahr über zehn Gigawattstunden verbrauchen. Da dies die Unternehmen finanziell stark erleichtert, soll es zu einer erhöhten Marktfähigkeit führen. Damit jedoch die Stromgesellschaft keinen Verlust bei dieser Abmachung hinnehmen muss, wird der Erlass beim Privatkunden mit eingerechnet – wir zahlen also die Netznutzungsentgelte für die Firmen mit.

Aktuelle Nachrichten zum Thema
  • Stromrechnung

    Energieanbieter holen Preiserhöhungen nach

    Wer sich zum Jahreswechsel über gleichbleibende Strompreise gefreut hat, muss dafür eventuell in den kommenden Wochen mit einer Preiserhöhung rechnen. Fast 30 Stromanbieter haben angekündigt, ihre Preise im Februar und März nach oben zu korrigieren.

  • Stromnetz

    Verivox: Netzkosten steigen in Baden-Württemberg am meisten

    Das Verbraucherportal Verivox hat die bisher angekündigten Netzkosten-Erhöhungen für die verschiedenen Regionen miteinander verglichen. Das Ergebnis: Einige Bundesbürger werden bei der Stromrechnung stärker zur Kasse gebeten als andere. In Baden-Württemberg soll die Preiserhöhung am stärksten ausfallen.

  • Stromkosten

    Höhere Netzkosten verteuern den Strom

    Die Netznutzungsentgelte werden in vielen Städten steigen. Das wird sich auf den Stromrechnungen für das kommende Jahr niederschlagen. Allerdings sind die Strompreise an der Börse gefallen, wodurch Preissenkungen von Seiten der Stromversorger möglich sind.

  • Stromvergleich sparen

    Strompreis variiert in einer Stadt um 80 Prozent

    Beim Strom kann es in ein und derselben Stadt passieren, dass die eine Familie rund 1.200 Euro im Jahr bezahlt, während eine andere Familie bei gleichem Verbrauch mit einer Zahlung von rund 700 Euro davonkommt. Das zeigt ein aktueller Vergleich der Preise in 100 Städten in ganz Deutschland.

  • Steigende Stromkosten

    Erhöhung der Strompreise nicht auszuschließen

    Auf niedrigere Strompreise haben wohl einige gehofft, die von der sinkenden Ökostrom-Umlage erfahren haben. Doch trotzdem werden wohl zum kommenden Jahr Preiserhöhungen in die Briefkästen flattern. Die Netznutzungsgebühren steigen teilweise deutlich, wie eine Auswertung von Verivox zeigt.

Alle Tarif- und Preisangaben brutto. Trotz sorgfältiger Erstellung wird für die Richtigkeit keine Haftung übernommen. Beachten Sie Preise und AGB der Anbieter. Alle Angaben ohne Gewähr.
Top