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Netzneutralität

Nachdem die Telekom ankündigte, das Internet für alle Kunden ab einem gewissen Limit drosseln zu wollen, kam die Diskussion um die Netzneutralität so richtig ins Rollen. Hier lesen Sie nach, was es eigentlich mit der Netzneutralität auf sich hat und wie die Regierung damit umgeht.

Netzneutralität: Gleiches Recht für alle Daten

Netzneutralität ist ein in Deutschland nicht klar definierter Begriff, bezeichnet jedoch im generellen eine wertneutrale und gleichberechtigte Datenübertragung.

Nach dem Verständnis der Netzneutralität werden alle Datenpakete gleich schnell (oder langsam) verarbeitet und zu ihrem Ziel gebracht. Der Provider unterscheidet die Pakete nicht nach deren Inhalt, dem Sender oder Empfänger. So ist sichergestellt, dass jeder die gleichen Möglichkeiten bezüglich der Datenübertragung hat und niemand willkürlich in seinem Datenverkehr eingeschränkt wird. In Deutschland ist die Netzneutralität jedoch nicht weiter festgeschrieben, weswegen viele User eine Verletzung dieser fürchten und eine gesetzliche Regelung fordern.

Netzneutralität in Gefahr?

Empörung überflutete Deutschland, als die Telekom ankündigte, das Internet nach einem gewissen erreichten Datenlimit zu drosseln. Bei mobilem Internet ist eine solche Drosselung gang und gäbe, beim heimischen Internetanschluss verbittet man sich eine solche Drosselung jedoch. Besonders, da die Telekom ankündigte, die eigenen Dienste bei der Berechnung des Datenlimits außen vor zu lassen, sah man einen direkten Angriff auf die Netzneutralität. Die Drosselung an sich haben mittlerweile auch weitere Anbieter angekündigt.

Wie mit immer mehr Datentraffic umgehen?

Auf die Idee mit der Datendrosselung kam die Telekom, weil der Datenverkehr immer mehr zunimmt und man sich Gedanken darüber macht, wie man diesen bewältigen könnte. Durch den nötigen Netzausbau kommen erhebliche Kosten auf die Betreiber zu, welche wieder eingetrieben werden müssen. Eine andere Möglichkeit wäre, Daten in unterschiedlicher Qualität und unterschiedlich schnell zu verarbeiteten. Nach diesem Modell könnte man bestimmte Dienste gesondert in Rechnung stellen oder von Serviceanbietern zusätzlich Geld verlangen.

Der Staat schaltet sich ein

Nach den massiven Protesten nahm sich auch der Staat der Problematik Netzneutralität an und legte einen Entwurf zur Wahrung eines klassenfreien Internets vor. Auch auf europäischer Ebene wurde dieses Thema bereits thematisiert, jedoch keine weiteren Eingriffe beschlossen. Durch mehr Transparenz soll der Wettbewerb angefacht werden, da Kunden wechseln können, sofern sie mit den Vertragsbedingungen nicht einverstanden sind. In anderen Ländern dagegen, wie in Norwegen, Chile oder Slowenien, ist die Netzneutralität bereits im Gesetz verankert.

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