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Handyortung

Egal ob man sein Handy verloren hat, wissen möchte, wo das Kind steckt oder wo der demente Großvater unterwegs ist: Handyortung kann etwas sehr Praktisches sein. Aber wie funktioniert das? Und wie ist die Rechtslage?

Wie die Handyortung funktioniert

Auch wenn Smartphones immer größer werden: Klein genug, um sie zu verlegen oder gar zu verlieren, sind sie immer noch. Schön, wenn man sein geliebten Begleiter mittels Handyortung wiederfinden kann. Ebenso hilfreich ist die Handyortung, wenn man wissen möchte, wo sich der Nachwuchs oder ältere Personen befinden, die nicht erreichbar sind. Weiß man dank der Handyortung, wo sich die vermissten Personen aufhalten, ist man oft um eine Sorge leichter. Ob diese Art von Überwachung jedoch immer der richtige Weg ist, sei dahingestellt.

Handyortung ist mit den meisten modernen Geräten möglich

Beinahe jedes Handy und Smartphone besitzt heute GPS und wird häufig anstatt vom Navigationsgeräten genutzt, um sich auf Deutschlands Straßen und an unbekannten Orten zurechtzufinden. Über GPS lässt sich auch die Handyortung umsetzen. Voraussetzung dafür ist ein natürlich ein aktiviertes GPS-Modul; nur in manchen Fällen lässt sich GPS aus der Ferne aus- oder anschalten. Ebenfalls eine Möglichkeit zur Handyortung stellt zudem die häufig etwas ungenauere Lokalisierung über das Funknetz dar. Ganz ohne Handy geht es übrigens mit Hilfe von GPS-Trackern.

Zwei Methoden der Handyortung

Möchte man ein Handy orten, so ist die Grundvoraussetzung jeweils ein angeschaltetes Handy. Ist der Akku leer, funktioniert auch keine Ortung. Bei jedem Smartphone ist eine Handyortung über das Funkzellen-Verfahren möglich. Über nahe Funkeinheiten wird der Standort des Smartphones eingegrenzt. Gerade auf dem Land lässt sich der Standort jedoch häufig nur auf wenige Kilometer genau bestimmen, in dicht besiedelten Bereichen steigt die Genauigkeit auf einige hundert Meter.

Die Handyortung über GPS ist deutlich genauer. Dafür muss GPS am Handy jedoch angeschaltet sein und das Smartphone muss unter freiem Himmel sein. Gebäude und Ähnliches stören den Funkkontakt. Bei der Ortung wird die genaue Position des Handys über mehrere Satelliten bestimmt, welche sich in unterschiedlicher Position zum Handy befinden.

Wie aktiviert man die Ortungsdienste?

Die Ortung läuft entweder über den Netzanbieter, das Internet oder eine App und ist je nach Anbieter kostenlos, im Handytarif inbegriffen oder kostet pro Ortung einen gewissen Betrag. Inzwischen ist auch immer häufiger eine Trackingfunktion im Smartphone-Betriebssystem integriert. Dann muss man nur noch in den Handyeinstellungen die Funktion aktivieren, um danach zum Beispiel in der Apple Cloud oder bei windowsphone.com die Handyposition bestimmen zu können. Ansonsten genügt es wie gesagt, wenn der Zugriff aufs Mobilfunknetz beziehungsweise die GPS-Funktion eingeschaltet ist.

Wie startet man eine Handyortung?

Je nach Dienst und Anbieter loggt man sich entweder beim Anbieter ein oder startet eine entsprechende App. Auf einer Karte bekommt man, wenn alles funktioniert, schließlich die Position des Handys angezeigt. Dabei sollte man sich nie rein auf die Handyortung verlassen: Technik kann auch einmal ausfallen und eine Ortung unmöglich machen. Aber auch die Genauigkeit kann ortsabhängig recht stark abweichen – so ist eine Funknetzortung beispielsweise recht nutzlos, wenn man über diese lediglich erfährt, dass sich das verloren gegangene Smartphone irgendwo in der zwei Hektar großen Wiese befindet, die man durchwandert hat.

Die Rechtslage bei der Ortung von Personen

Orten darf man ein Handy grundsätzlich nur, wenn die Zustimmung des Besitzers vorliegt. Diese wird häufig via SMS oder von einer entsprechenden Ortungs-App abgefragt. Egal ob man sein Kind oder die ältere Generation orten möchte: in jedem Fall sollte man mit den Personen vorab über diese Möglichkeit reden. Bei starker Demenz wäre die Zustimmung des Vormundes der jeweiligen Person einzuholen.

Rechtlich ist beim Nachwuchs die Abwägung der informationellen Selbstbestimmung der Kinder gegen die Fürsorgepflicht der Eltern abzuwägen. Auch der Besitzer des Handys ist wichtig: Gibt man seinem noch recht jungen Kind ein Handy, das man selbst gekauft hat, darf man dieses auch orten. Kauft sich jedoch der Teenager das Smartphone vom eigenen Geld, sieht die Sache schon anders aus.

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