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Frequenzversteigerung

Die Welt vernetzt sich immer mehr – beinahe jeder besitzt Smartphone und Internet. Damit man diesen riesigen Datenstrom bewältigen kann, benötigt man jedoch besonders im Funkverkehr genügend Bandbreite. Durch Frequenzversteigerungen werden neue und freiwerdende Frequenzen umverteilt.

Frequenzversteigerung: Funkfrequenzen unterm Hammer

Das mobile Netz befindet sich ständig im Ausbau. Nicht mehr nur das einfache Telefonieren und Simsen ist in unseren Netzen möglich, sondern auch das Surfen. Und dieses soll nach Wunsch der Nutzer überall möglichst schnell funktionieren. Dafür benötigt man jedoch ein breitbandiges Netz, welches erst einmal aufgebaut werden möchte. Um wiederum dieses Netz aufzubauen benötigen die Netzbetreiber ihnen zugewiesene Frequenzen, auf welchen sie funken können.

Neue Frequenzen für den Breitbandausbau

Eine Frequenzversteigerung für Internetfrequenzen fand in Deutschland bereits in Jahr 2010 statt. Zuvor hatte man weitestgehend das analoge Senden von Radio und TV eingestellt und auch beim Militär Frequenzen geräumt, sodass diese Frequenzen nun für andere Dinge bereitstanden. Versteigert wurden Frequenzen in den Bereichen um 800 MHz, 1800 MHz, 2000 MHz und 2600 MHz, welche für den Breitbandausbau genutzt werden sollten. Im April ersteigerten schließlich alle drei großen Netzanbieter, o2, Telekom und Vodafone jeweils einige MHz in den angebotenen Bereichen. So teilte man sich den 800-MHz- und 2,6-GHz-Bereich gleichmäßig auf, bei den anderen Frequenzen kam nicht jeder zum Zug. Vor allem bei den weitreichenden Frequenzen für den LTE-Ausbau hielt E-Plus sich zunächst zurück.

Auflagen für die neuen Frequenzen

Die Versteigerung und Veräußerung hatte man allerdings nicht nur an die Bedingung geknüpft, dass die Frequenzen für den Breitbandausbau zu nutzen seien, sondern auch daran, dass die ländlichen Gebiete zuerst mit der neuen Technik versorgt werden würden. So kam es, dass LTE nicht zuerst in Städten Einzug hielt, sondern in weniger dicht besiedelten Landstrichen.

Auch 2014 sollen wieder Frequenzen unter den Hammer

Was sich bewährt wird gerne wiederholt. So werden Ende 2014 erneut Frequenzen versteigert. Es dreht sich dabei nicht ausschließlich um neu dazugekommene Frequenzen, sondern hauptsächlich um alte: Unter den Hammer kommen Frequenzen in den Bereichen 700 MHz, 900 MHz und 1800 MHz. Teile dieser Funkbereiche werden seit rund 20 Jahren für das Mobilfunknetz genutzt, allerdings laufen 2016 die Verträge aus und die Frequenzen sollen neu vergeben werden. Andere Bereiche sind durch das Abschalten des analogen Rundfunks frei geworden.

Welche Summen wechseln den Besitzer?

Unterschätzen sollte man nie, was den Telekommunikationsanbietern die zu versteigernden Frequenzen wert sind. Als zur Jahrtausendwende UMTS-Frequenzen versteigert wurden, blätterten die Anbieter insgesamt 50 Milliarden Euro auf den Tisch. Weniger waren den Netzbetreibern dagegen offensichtlich die 2010 versteigerten Frequenzbänder wert. Und doch bezahlte man gemeinsam rund 4,4 Milliarden für die ausgeschriebenen Frequenzen. Auch von den kommenden Versteigerungen erwartet man Milliardenerlöse.

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