Fracking© Nightman1965 / Fotolia.com
Fracking

Fracking ist eine Technik, die in den USA aufgekommen ist und die für unförderbar gehaltenes Gas aus der Erde hervorbringt. Eine Technik, die neben ihren Befürwortern mindestens genauso viele Gegner hat. Was hinter der Fracking-Technik steckt, erklären wir Ihnen.

Fracking: Gas aus den Tiefen der Erde

Die Rohölreserven und Gasvorkommen werden knapper und die Preise für fossile Brennstoffe steigen stetig an. Da wird der Mensch schon einmal kreativ. Fracking, eigentlich bei vollem Namen genannt Hydraulic Fracturing, wurde bereits Ende der vierziger Jahre erstmals in den USA eingesetzt. Bei der Methode wird ein Wasser-Sand-Chemikalien-Gemisch unter hohem Druck in gas- und ölhaltige Erdschichten gepresst, sodass dort kleine Risse im Gestein entstehen, über die das vorher unzugängliche Gas und Öl förderbar wird.

Das Fracking-Gemisch besteht dabei zu etwa 94,5 Prozent aus Wasser, zu fünf Prozent aus Sand und zu einem halben Prozent aus chemischen Zusätzen. Durch den beigefügten Sand bleiben die Risse im Gestein geöffnet, sodass Gas und Öl durch sie entweichen können.

Zur Geschichte der Fracking-Technik

Wie bereits beschrieben, wurde Fracking das erste Mal in den USA 1947 durchgeführt. Zwei Jahre später ließ eine amerikanische Firma sich die Fracking-Methode patentieren. Im selben Jahr begann die Sowjetunion mit Fracking und in den Jahren danach folgten viele weitere Länder. Zu Beginn war die Methode noch nicht sonderlich gewinnbringend, wurde jedoch ständig weiterentwickelt. So nutzte man zu Beginn Erdöl als Frackingflüssigkeit, stellte jedoch schnell auf ein Wassergemisch um.

Auch in Deutschland nutzt man Fracking schon länger als gedacht: In den frühen sechziger Jahren nahm man erste Bohrungen für Fracking-Maßnahmen vor. Anfänglich schleppend angelaufen, wurde Fracking schließlich doch immer vielversprechender, sodass im Jahr 2008 in Deutschland an rund 30 Förderstätten gefrackt wurde. Zwischen 2011 und 2014 genehmigte man in Deutschland wegen massiver Diskussionen kein Fracking mehr.

Warum ist Fracking so spät unter der Bevölkerung bekannt geworden?

Obwohl es Fracking doch schon einen beachtlichen Zeitraum lang gibt, war es unter der Bevölkerung nicht sehr präsent. Das änderte sich jedoch in den letzten Jahren, als Fracking immer öfter eingesetzt wurde: Neue Techniken entwickelten sich und Fracking wurde schließlich wirtschaftlich.

Im Volk begann man allerdings, die neue Technik zu hinterfragen und nachzuforschen. Dabei stieß man auf die zahlreichen Risiken, die mit Fracking einhergehen.

Fracking: Ein breit diskutiertes Thema

Die Fracking-Methode ist umstritten. Öl- und Gasförderung können gesteigert werden und mehr Vorkommen sind förderbar geworden. Durch das mit Chemikalien versetzte Wasser entstehen wiederum Risiken: So kann es passieren, dass umliegende Quellen verunreinigt werden oder Oberflächenwasser durch die Bohrflüssigkeit vergiftet wird. Zudem verbraucht Fracking selber grundsätzlich viel Wasser. Auch kann man an Frackingstellen eine erhöhte Anzahl schwacher Erdbeben verzeichnen, da sich Spannungen im Gestein durch das Aufbrechen lösen.

Brennbares Wasser durch Fracking?

2010 ging ein Video um die Welt, in dem Bewohner ihren Wasserhahn aufdrehten und das Wasser mit einem Feuerzeug entzündeten. Die Flamme aus dem Wasserhahn führte man auf die nahe gelegene Förderstätte zurück, in der Fracking eingesetzt wurde. Zwar können Gase auch auf natürlichem Weg ins Wasser gelangen, allerdings wies man in einer Studie nach, dass die Gas-Belastung von Trinkwasser in einem Kilometer Umkreis um die Frackingstelle um ein vielfaches höher ist als normal. Man vermutet, dass in solchen Fällen die Rohre der Bohrinsel undicht sind.

Wo nutzt man überall Fracking?

Fracking ist mittlerweile weit verbreitet und überall protestieren Menschen gegen die Technik. Besonders in den USA hat man durch Fracking zahlreiche Lagerstätten erschließen können. So steigerte man beispielsweise die Ölförderung in zwei Bundesstaaten innerhalb von sechs Jahren von Null auf 500.000 Barrel.

In Europa setzt vor allen Dingen Polen auf die Fracking-Methode und vergibt aktuell zahlreiche Genehmigungen. Frankreich dagegen hat sich strikt gegen jegliche Fracking-Maßnahmen ausgesprochen und es sogar per Gesetz verboten.

Man schätzt, dass in Deutschland noch große Mengen Schiefergas in der Erde gebunden sind und etwa zehn Prozent über Fracking zu erreichen wären. Während Umweltverbände ein komplettes Verbot fordern, scheint die Politik eher zu einer Kompromisslösung zu tendieren. Eine endgültige Lösung lässt vorerst noch auf sich warten.

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